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OnlinePresse.info: Vernissage: Montag, 19. Juli um 18.00 Uhr
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Ulrich eröffnet der Tourismusverein St. Ulrich die Sommersaison des Grödnertals mit der Grödner Biennale, einer alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung moderner Kunst, die der Bildhauerei in all ihren Ausdrucksformen und -techniken gewidmet ist.
Für die diesjährige Veranstaltung wurden fünf Südtiroler Künstler ausgewählt, die aufgrund der Qualität ihrer Arbeit und der Wichtigkeit des Ausstellungsparcours sowohl auf italienischer als auch internationaler Ebene bereits Anerkennung gefunden und sich behauptet haben.
Die eigens für diese Gelegenheit erdachten Werke der Künstler werden in der Fußgängerzone von Sankt Ulrich aufgestellt, wo sie sich harmonisch in ihr Umfeld eingliedern und in direkter Beziehung zum Blick ins Tal stehen. Ein Parcours, der auf der einen Seite die Natur und die Landschaft als ursprünglichen Hintergrund der Skulptur berücksichtigt, auf der anderen Seite hingegen die Architektur und die Konstruktionen als essenzielle Linien, mit denen sie in Beziehung tritt, einbezieht.
Die von den Künstlern geschaffenen großformatigen Skulpturen - aus Holz, Bronze, Stein, Eisen oder Aluminium – lassen sich nicht vom physikalischen Gewicht ihres Werkstoffs beeinflussen, sondern vermögen eine freie, fließende, aerodynamische Sprache zu zeigen, im Stande, die starke Kompaktheit des Ganzen mit der Fähigkeit, visuelle Flüsse und Anreize auszustrahlen, zu entmaterialisieren.
Bei der Grödner Biennale vergleicht sich die zeitgenössische Skulptur, die nicht mehr Schuldnerin einer Technik oder eines traditionellen Werkstoffs ist, mit unglaublich vielen Lösungen, die auf die Ausdruckskraft jedes einzelnen Werkstoffs zurückzuführen ist. Sie bringt eine Vielfalt an ästhetischen, emotionalen und intellektuellen, mit der existenziellen Sphäre des Menschen im Zusammenhang stehenden Bedeutungen ins Spiel. Die Grödner Biennale stigmatisiert gleichzeitig ein Repertoire der Aktualität charakterisierenden Metaphern, Anspielungen und Ritualen.
Von diesen Prämissen ausgehend, kann eine kurze Übersicht über die Urheber und die Werke, die den Bildhauer-Parcours der diesjährigen Grödner Biennale charakterisieren, beginnen.
Der Parcours wird durch Arnold Holzknecht (geboren 1960 in Brixen; lebt und arbeitet in St. Ulrich) mit der Skulptur des “Spielzeug aus dem Grödnertal” in monumentaler Größe eröffnet. Die typische, von den Grödnern ab Mitte des 18. Jahrhunderts in Holz geschnitzte Puppe, wird vom Bildhauer wieder aufgenommen und riesengroß dargestellt, wobei sowohl die realistischen Züge als auch die beweglichen Gelenke beibehalten wurden. Für das Konzept des Künstlers ist es nicht wichtig, neue Figuren zu erfinden, sondern existierende Formen auf andere Art und Weise neu darzubieten. Eine Wiederholung auf andersartige Weise, die ein Beispiel für den veränderten Lauf der Dinge darstellen soll.
Die beiden übereinander montierten Fahrzeuge Ape Piaggio von Wilma Kammerer (geboren in St. Lorenzen (BZ), wo sie lebt und arbeitet) sind innen mit kardinalrotem Brokat ausgefüttert, auf dem Holzfiguren sitzen, die die Fahrzeugführer simulieren. Durch die Vorstellung der "Luxusausführung" dieses bescheidenen Fahrzeugs übertreibt die Künstlerin die Angewohnheit, den Motor zu frisieren und den Auspuff zu verändern. Diese wird so sehr Ironisiert, dass die mechanische Verkupplung dabei heraus kommt, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Fahrzeug zu tun hat. Die Ape Piaggio hat sich im Eifer, sich an das Stereotyp eines immer funktionelleren und bedeutenderen Fahrzeugs anzupassen, verdoppelt.
“The rising star” von Philipp Messner (geboren 1975 in St. Ulrich; lebt und arbeitet in München), aufgestellt auf dem Rasen in einem Garten, ist Teil einer Gruppe von Arbeiten aus zusammengesetzten oxidierten Aluminiumplatten, die schlichte, symbolische und archetypische Formen übernehmen, in diesem Falle die eines Sterns. Wie dies für den größten Teil seiner Produktion der Fall ist, will Messner über das Bild und dessen Aufstellung im Raum nachdenken, und dabei die Mechanismen der visuellen Wahrnehmung im Prozess der zweidimensionalen Dekonstruktion und dreidimensionalen Neukonstruktion herausfordern. Die spiegelnden und reflektierenden Oberflächen seiner Werke führen den Betrachter in diesen Fluss räumlicher Beziehungen ein, die die Wahrnehmung des Werks charakterisieren und in seinem Innern die physikalische und körperliche Präsenz mit einschließen.
Die schmalen und entmaterialisierten Skulpturen von Gerald Moroder (geboren 1972 in Mailand; lebt und arbeitet in St. Ulrich) bestehen aus der roten und kalkhaltigen, felsigen Erde der Raschötzer Alm. Die vom Künstler geformten, mageren und langgliedrigen Figuren sind eine Sequenz dargestellter Einzelbilder der aufeinander folgenden Phasen körperlicher Entmaterialisierung. Dieser Mensch sucht eine Form der Leichtigkeit, der Auflösung und der Unberührbarkeit des Daseins. Die Zertrümmerung der Materie widersetzt sich den Gesetzen der Schwerkraft. Die Drehung des Körpers reflektiert sich in einem Taumel nach oben, ein Abbild des Strebens zu einem höheren Wesen.
Die Reihe der Kunstwerke wird durch die lange, nach unten abfallende Piste von Peter Senoner (geboren 1970 in Bozen; lebt und arbeitet in Lajen) abgeschlossen. Am Start der Piste erhebt sich im Gegenlicht in der Unendlichkeit der Landschaft die vergoldete Bronzestatue des COR, der Mythologie der Inkas entsprungener laufender Bote. Zwitterhafte und geschlechtslose Figur, Cyborg halb Mensch halb Gott, stellt der Körper COR's einen visionären Prototyp dar, in den künstliche Prothesen eingepflanzt wurden. Wie in eine virtuelle Brücke projiziert, die die physikalische und natürliche Realität des urweltlichen Reichs mit der futuristischen und technologischen Dimension eines "plastisch-metaphorischen" Kosmos verbindet, erleidet die Figur Senoner's den "Parasiten-Angriff" eines sich windenden Tentakels, der sie noch für eine Zeit lang auf der Erde festhält.
Anlässlich der Eröffnung der Grödner Biennale wird ein Katalog mit Kommentaren der Kuratorin Chiara Canali und Abbildungen der aufgestellten Kunstwerke heraus gegeben.
Organisation und Förderung:
Tourismusverein St. Ulrich
Tel.: +39 0471 777 600 - Fax: +39 0471 796 749
E-Mail: ortisei@valgardena.it - Web: www.valgardena.it/de/ - Skype: ortisei_val_gardena
Schirmherrschaft: Gemeinde St. Ulrich
Unterstützung durch: Autonome Provinz Bozen
Stiftung der Südtiroler Sparkasse
Region Trentino-Südtirol
Kontakte: www.biennalegherdeina.it; E-Mail: info@biennalegherdeina.it
www.valgardena.it/de/; E-Mail: ortisei@valgardena.it
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