OnlinePresse.info:
Internet
• Gesundheit
• Unterhaltung
• Wirtschaft
• Sport
• Politik
• Technik
• Wissen
• Tagesthemen
• Deutschland
• International
• Schlagzeilen
OnlinePresse.infoDJ UPDATE: Merck KGaA bucht Gewinnsprung und erhöht Jahresprognose
(NEU: Kommentare, Aktienkurs, Einzelheiten)
Von Stefanie Haxel
Dow Jones Newswires
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA hat im zweiten Quartal von der anhaltenden wirtschaftlichen Erholung profitiert. Der Gewinn stieg um mehr als zwei Drittel und damit unerwartet deutlich. Der Darmstädter DAX-Konzern nahm die Halbjahreszahlen am Donnerstag zum Anlass, seine Jahresprognose erneut anzuheben. Denn für das zweite Halbjahr wird mit einem "ausgezeichneten" Geschäftsverlauf im Chemiebereich gerechnet.
Merck steigerte das Periodenergebnis nach Dritten im zweiten Quartal um 69% auf 183,4 (108,5) Mio EUR. Die Gesamterlöse stiegen um 16% auf 2,208 Mrd EUR. In beiden Fällen übertraf Merck die Erwartungen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten lediglich mit 167 Mio EUR Gewinn und 2,081 Mrd EUR Gesamtumsatz gerechnet. Neben deutlichem Wachstum in den vier Konzernsparten trugen positive Währungseffekte 4,7% zum Erlösanstieg bei.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2010 hob Merck am Donnerstag deutlich an. Einschließlich des übernommenen US-Laborspezialisten Millipore sollen der Betriebsgewinn im laufenden Jahr um 90% höher ausfallen als 2009 und die Gesamterlöse um 21% steigen. Ohne Millipore wird sogar mit 95% Gewinnwachstum bei 12,5% Umsatzsteigerung gerechnet. Bislang hatte Merck zwischen 30% und 40% mehr Betriebsgewinn und 3% bis 7% Umsatzplus prognostiziert.
Der neuen Prognose liegen Kosten im Zusammenhang mit der milliardenschweren Millipore-Übernahme von 58 Mio EUR zugrunde. Marktteilnehmer hatten mit einer Prognoseanhebung gerechnet. Bereits Ende April hatte Merck den Ausblick erhöht und dies mit der guten Entwicklung in der Flüssigkristallsparte begründet.
"Alle Zeichen stehen auf Fortsetzung des Aufwärtstrends, so dass das zweite Halbjahr das erste übertreffen sollte", heißt es in der am Donnerstag verbreiteten Mitteilung. "Die Sparten des Unternehmensbereichs Chemie verzeichneten im zweiten Quartal einen ausgezeichneten Geschäftsverlauf und sollten dies im verbleibenden Geschäftsverlauf wiederholen können."
Am Markt kamen Ergebnis und Ausblick gut an: Ein Händler bezeichnete das vorgelegte Zahlenwerk als "bombastisch". Die Merck-Aktie legte am Mittag um 5,5% auf 67,72 EUR zu. Zur Pharmasparte Merck Serono sagten Analysten von Bernstein, möglicherweise gebe das Management inzwischen grundsätzlich keine zurückhaltende Prognose mehr ab, sondern eine "realistische".
Bei Merck Serono, der größten Konzernsparte, wird nunmehr mit einem Plus von 60% beim operativen Ergebnis gerechnet. Im April war noch von 30% bis 40% Wachstum die Rede gewesen.
Die margenstarke Flüssigkristallsparte Liquid Crystals dürfte ihren operativen Gewinn gar um 160% steigern; zuvor hatte Merck 60% bis 70% prognostiziert. Rund 54% Marge peilt das Unternehmen hier für das Gesamtjahr an, wie der in der Merck-Geschäftsleitung für Finanzen zuständige Vorstand Michael Becker in einer Telefonkonferenz sagte.
Die Sparte Performance & Life Science, deren Spezialchemikalien in zahlreichen Produkten von Autolacken über Medikamente bis hin zu Kosmetika Anwendung finden, soll ihr operatives Ergebnis verdoppeln; bislang war lediglich ein Anstieg von 15% bis 20% erwartet worden.
Lediglich die Sparte Consumer Health Care, die Mittel zur Selbstmedikation anbietet, läuft schlechter als zunächst erwartet. Hier sieht Merck im laufenden Jahr einen Ergebnisrückgang von 20%. Bislang war mit maximal 10% Minus, bestenfalls aber mit einem unveränderten Ergebnis gerechnet worden. Kosten für die Markteinführung neuer Produkte belasteten diese Sparte zuletzt.
Die neue Sparte Merck Millipore ist im Spartenausblick noch nicht berücksichtigt. Im zweiten Halbjahr werden für die neue Konzerntochter Gesamterlöse von 670 Mio EUR und ein bereinigter operativer Gewinn von 165 Mio EUR erwartet, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht. Inklusive Abschreibungen, Transaktions- und Integrationskosten rechnet Merck für Millipore allerdings mit 40 Mio EUR operativem Verlust.
Im zurückliegenden Quartal hat Merck Serono ihre Gesamterlöse um 10% auf 1,45 Mrd EUR und das operative Ergebnis um rund ein Drittel auf 163,6 Mio EUR gesteigert. Die Umsätze des Multiple-Sklerose-Medikamentes Rebif erhöhten sich um 4% auf 402 Mio EUR. Mit dem Krebstherapeutikum Erbitux erzielte wurden Rekorderlöse von 210 Mio EUR erzielt, ein Plus von 23%. Ein Ende des Wachstums sei nicht in Sicht, die Nachfrage wachse weiter, sagte Merck-Vorstand Becker.
Beim neuen Hoffnungsträger, dem Multiple-Sklerose-Mittel Cladribin, konnte Merck erst am Mittwoch einen Fortschritt verbuchen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will den Zulassungsantrag in einem beschleunigten Zulassungsverfahren prüfen. Denkbar ist damit ein Abschluss des Verfahrens noch im vierten Quartal. Die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) erwartet Merck weiterhin bis Ende September.
Consumer Health Care steigerte die Gesamterlöse trotz negativer Währungseffekte um 9,4% auf 114 Mio EUR, verbuchte aber operativ 5,4 Mio EUR Verlust. Im Vorjahr erwirtschaftete die Sparte noch Gewinn.
Bei Liquid Crystals setzte sich der Aufwärtstrend. Mit einem Wachstum von 50% erzielte Merck Rekorderlöse von 284 Mio EUR. Das operative Ergebnis wurde mit 151 Mio EUR fast verdreifacht, die Marge mit 53,2% (27,4%) fest verdoppelt. "Die Marge macht mich fast ein bißchen verlegen, weil ich vor einiger Zeit gesagt habe, dass wir die Traummarge von 50% wohl nicht mehr erreichen werden", sagte Becker weiter. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch die steigende Nachfrage nach High-Tech-Flüssigkristallen.
Die Gesamterlöse der Sparte Performance & Life Science Chemicals stiegen um 21% auf 360 Mio EUR, das operative Ergebnis legte 160% auf 47,2 Mio EUR zu. Hier profitierte vor allem das Pigmentgeschäft von der Nachfrageerholung in der Automobil- und Kosmetikindustrie.
Webseite: www.merck.de
-Von Stefanie Haxel, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com
DJG/sha/rio
(END) Dow Jones Newswires
July 29, 2010 07:22 ET (11:22 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.
Das Urheberrecht des Beitrages (Textes), Artikels sowie deren Inhalte liegen beim jeweiligen Autor.
Sie können auf Ihrer Webseite oder in Ihrem Blog die Inhalte von OnlinePresse.info kommentieren.
Dazu muss der jeweilige Artikel als Zitat gekennzeichnet und als Quelle genannt (verlinkt) werden.
Das Zitat darf nicht mehr als 10% ihres Gesamt-Textes, Berichtes bzw. Kommentares ausmachen.