OPI Nachrichten, Pressemitteilungen, Pressemeldungen, Autoren schreiben Berichte, Journalisten veröffentlichen News OnlinePresse.info:    InternetGesundheitUnterhaltungWirtschaftSportPolitikTechnikWissenTagesthemenDeutschlandInternationalSchlagzeilen
Wählen Sie Ihre Farbe:
Wählen Sie Ihre Schriftgrösse: 60% 70% 80% 90% 100%
    ⇒ Leser: informieren, kommentieren & bewerten ✓
OnlinePresse.info
Nachrichten + Pressemitteilungen + Neuigkeiten ✔

Konjunktur und Arbeitsmarkt beflügeln sich gegenseitig

Bild von Denker
DruckversionDruckversionPDF-VersionPDF-Version

Die Erholung am Arbeitsmarkt geht weiter. Im Juli 2010 waren mit 3,19 Millionen rund 271.000 Menschen weniger ohne Arbeit als im Vorjahr. „Konjunkturelle Erholung und bessere Lage am Arbeitsmarkt beflügeln sich gegenseitig", freut sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Er ist zuversichtlich, dass zum Jahresende sogar die Drei-Millionen-Marke unterschritten werden kann. In Zukunft könnte eher der Fachkräftemangel zum Problem werden, so Brüderle.

Die heute vorgelegten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit verzeichnen zwar einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli, dieser ist aber auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um gut 271.000 Menschen gestiegen. Insgesamt sind derzeit 3,19 Millionen Deutsche ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) schließt nicht aus, dass über kurz oder lang sogar wieder Vollbeschäftigung erreicht werden könnte. Schon in diesem Jahr hofft der Liberale auf unter drei Millionen Arbeitslose. Das würde einer Quote von etwa sieben Prozent entsprechen. Von Vollbeschäftigung spricht man in Deutschland bei einer Arbeitslosenquote von unter vier Prozent. „Wenn der Trend anhält, und dafür gibt es einige Indizien, halte ich mittelfristig eine Arbeitslosenquote von vier Prozent für Deutschland durchaus für erreichbar“, sagte Brüderle im „Handelsblatt“. „In manchen Regionen haben wir quasi schon Vollbeschäftigung.“

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung untermauert den Optimismus des Wirtschaftsministers. Nach den Berechnungen der Experten wird es in den kommenden zehn Jahren rund 2,5 Millionen neue Stellen in Deutschland geben – trotz der anhaltenden Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland. Ein Großteil dieser Jobs werde im Dienstleistungssektor entstehen, so die Wissenschaftler.

Auch die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, wie stark sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten bereits erholt hat. Mit rund 40,3 Millionen Erwerbstätigen waren im Juni 2010 so viele Deutsche in Arbeit wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der geringfügige Rückgang im Monat Juli stellt damit nur einen leichten Knick im Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt dar.

„Die Unternehmen vertrauen wieder in den Aufschwung und schaffen deshalb Arbeitsplätze“, ist sich auch FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel sicher. Dieser Trend werde unterstützt durch den „klaren ordnungspolitischen Kurs“ Brüderles. „Ziel bleibt es, die Arbeitslosigkeit nachhaltig abzubauen und unter die Grenze von drei Millionen zu senken“, so der Liberale.

Initiative gegen Fachkräftemangel

Nach Ansicht Brüderles wird in Zukunft nicht der Mangel an Stellen die größte Herausforderung an die deutsche Wirtschaft darstellen, sondern im Gegenteil die zu geringe Zahl qualifizierter Arbeitskräfte. „Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit“, sagte er dem „Handelsblatt“. Je länger der Aufschwung in Deutschland anhalte, desto mehr werde sich das Problem verschärfen.

Der Wirtschaftsminister plant daher eine Fachkräfte-Initiative, um qualifizierte Köpfe aus dem Ausland anzuwerben. „Das Thema, wie Deutschland für ausländische Facharbeiter endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda“, so Brüderle.

So müsse man etwa darüber nachdenken, die Einkommensschwellen für Einwanderer zu senken. Auch durch Begrüßungsgelder könne die Wirtschaft Fachkräfte anwerben, regte der Minister an. „Es ist denkbar, dass einige Unternehmen, die es sich leisten können und dringenden Bedarf haben, ausländischen Facharbeitern eine Lockprämie zahlen.“ Steuergelder dürften jedoch hierfür keine aufgewendet werden, stellte Brüderle klar.

Wolff: Wir sind auf qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften angewiesen

FDP-Innenexperte Hartfrid Wolff unterstützt die Initiative des Wirtschaftsministers. Deutschland sei längst ein Einwanderungs- und Integrationsland und werde es auch bleiben. „Gesellschaftlich wie ökonomisch sind wir auf qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften angewiesen“, so Wolff. Diese müsse nach transparenten, gewichteten Kriterien gesteuert werden. Nur so könne Deutschland seinen wirtschaftlichen Standard halten und Wachstum schaffen. „Konservative Abschottungspolitik ist von gestern.“

Gerade angesichts der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne eine moderne Zuwanderungssteuerung vielen Unternehmen helfen, den Aufschwung zugunsten von mehr Arbeitsplätzen nachhaltig zu nutzen. „Forschung und Entwicklung macht nicht vor Grenzen halt. Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte ist längst international.“

Es gelte daher, ideologische Hürden zu beseitigen und das Zuwanderungsrecht weiterzuentwickeln, fordert der Liberale. „Der alte Gedanke, dass das Ausländerrecht vor allem Gefahrenabwehrrecht sei, ist von gestern und gehört in die Mottenkiste.“

10
Durchschnitt: 10 (1 Bewertung)
Eigene Bewertung: Keine

Diese Pressemitteilung ist von einem verifizierten Autor in der Online Presse bei OnlinePresse.info Diese Pressemitteilung (Online-Artikel) wurde von einem verifizierten Autor eingebracht.

Strom Preisvergleich Gas Preisvergleich Kredit Preisvergleich DSL Preisvergleich Versicherungen Preisvergleich

Was wollen Sie als nächstes tun?

Gerade frisch eingetroffene Leser-Empfehlungen

Das Urheberrecht des Beitrages (Textes), Artikels sowie deren Inhalte liegen beim jeweiligen Autor.
Sie können auf Ihrer Webseite oder in Ihrem Blog die Inhalte von OnlinePresse.info kommentieren.
Dazu muss der jeweilige Artikel als Zitat gekennzeichnet und als Quelle genannt (verlinkt) werden.
Das Zitat darf nicht mehr als 10% ihres Gesamt-Textes, Berichtes bzw. Kommentares ausmachen.