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Der Aufschwung kommt nicht von ungefähr

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"Deutschland ist im Vergleich mit anderen Ländern in einer Ausnahmesituation, die deutsche Wirtschaft kommt unheimlich gut voran." Das sagte der Konjunkturexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Er fügte hinzu, das Institut dürfe seine Wachstumsprognose für 2010 weiter anheben. Und die liegt jetzt bereits bei 2,1 Prozent.
Diese Aussage hat Gewicht. Denn das IfW erfreut sich im In- und Ausland großen Renommees. Als einzige europäische "Denkfabrik" bei der wirtschaftpolitischen Beratung rangiert es einer unabhängigen Studie zufolge unter den Top 10 Instituten weltweit.

Auftragsflut kurbelt Produktion weiter an

Diese Aussage ist freilich wohlbegründet. Jüngste Zahlen aus der Wirtschaft untermauern diesen Optimismus. "Aufgrund der Auftragsflut ist ein weiterer Anstieg der Industrieproduktion zu erwarten", analysiert Rolf Schneider, Ökonom bei der Allianz.

So ist der Auftragseingang der deutschen Industrie seit dem tiefen Tal um etwa 40 Prozent gestiegen. Allein diesen Juni standen gegenüber dem Vormonat 3,2 Prozent mehr Bestellungen in den Auftragsbüchern, meldet das Bundeswirtschaftsministerium. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Nachfrage im Inland (20,4 Prozent) und aus dem Ausland (28,6 Prozent) – zusammen fast ein Viertel mehr als 2009.

Und auch wenn sich der Blick derzeit wegen der vielen Bilanzveröffentlichungen vor allem auf die großen Dax-Konzerne richtet: Sie sind keineswegs die einzigen Gewinner des Aufschwungs. Auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, profitieren.

Eine Umfrage unter 20.000 Mittelständlern ergab ein merkliches Anziehen der Geschäftserwartungen. Zum ersten Mal seit Anfang 2009 zeigt der Mittelstandsreport des deutschen Industrie- und Handelstages (DIHK) mehr gute als schlechte Lagebeurteilungen. Aber das deutlich: Der Anteil der positiven Einschätzungen liegt 17 Prozentpunkte über den ungünstigen.

Arbeitnehmer sind Gewinner des Aufschwungs

Vor allem aber gewinnen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Mehr Firmen wollen jetzt wieder Arbeitsplätze schaffen als abbauen – das gab es zuletzt im Herbst 2008. 86 Prozent der Firmen mit bis zu 500 Mitarbeitern wollen einstellen: bis 100.000 in diesem Jahr. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann resümiert: "Dies kommt fast einem Jobwunder gleich."

Nicht nur beim Mittelstand stehen die Zeichen auf Personalaufbau. Das IfW jedenfalls erwartet einen starken Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Sie dürfte 2010 im Durchschnitt um über 200.000 Arbeitslose sinken.

Optimistische Stimmung

Die Menschen in Deutschland spüren den Aufschwung: Fast 60 Prozent sagen in einer Umfrage, sie merkten, dass es mit unserer Wirtschaft bergauf geht. Das wirkt sich auch günstig auf die Stimmung im Land aus. Die Hälfte der Befragten erwartet ein Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage in den kommenden Monaten, etwa ein weiteres Drittel befürchtet jedenfalls keine Verschlechterung.

Das alles kommt nicht von ungefähr. Dass deutsche Unternehmen so viel besser als von vielen Pessimisten und Kritikern erwartet durch die Krise kamen und jetzt den Aufschwung voll nutzen können – natürlich ist es der hohen Qualität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte zu danken.

Kluges Krisenmanagement der Bundesregierung

Aber das hat auch etwas mit den günstigen Rahmenbedingungen zu tun, die die Bundesregierung schafft. Das Zukunftspaket der Bundesregerung wird diesen guten Trend weiter verstärken.

Maßvolle, doch zielgerichtete Konjunkturpakete dämpfte den Investitionsrückgang – Stichwort Umweltprämie. Die Verlängerung der Kurzarbeit erlaubte es Firmen, qualifizierte Arbeitskräfte in der Krise zu halten. Auch darum hat die schwere Rezession der vergangenen Jahre in Deutschland nicht zu massiver Arbeitslosigkeit geführt.

So beurteilen es unabhängige Fachleute. Der Präsident der Amerikanische Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin lobt: "Das Krisenmanagement der Bundeskanzlerin war ausgesprochen klug. Mit den beiden Konjunkturpaketen hat die Bundesregierung richtig auf die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit reagiert und damit die Grundlage für den Aufschwung gelegt."

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