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Verbesserungen bei Organspenden notwendig

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12.000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan, doch nur etwa 4.700 Transplantationen werden im Jahr durchgeführt. „Diese Lücke muss geschlossen werden“, forderte Gesundheitsminister Philipp Rösler in einem Zeitungsinterview. Er setzt auf Freiwilligkeit bei potentiellen Spendern und Verbesserungen beim Ablauf der Organspende. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will „offen“ über das Thema diskutieren, auch über die von einigen Politikern geforderte Widerspruchslösung.

Die Organspende von Frank-Walter Steinmeier an seine nierenkranke Frau hat eine Debatte um die Thematik angeregt. Philipp Rösler (FDP) zollte dem SPD-Fraktionschef großen Respekt: „Er ist ein echtes Vorbild. Zum einen, weil er ein Organ spendet. Zum anderen aber auch, weil er ein Tabuthema angeht, indem er über seine Nierenspende öffentlich spricht.“ Die Auseinandersetzung mit der Thematik komme oft zu kurz, während der Bedarf an Spenderorganen hoch ist.

Organspenden sollen besser organisiert werden

„Jeder, der erlebt hat, wie erleichtert jemand reagiert, wenn er endlich ein Spenderorgan erhält, welche Lebensfreude, welche Zuversicht aufkommt, der weiß, dass diese Lücke geschlossen werden muss“, sagte der Gesundheitsminister im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Rösler will den Mangel an Spenderorganen vor allem durch eine bessere Organisation in den Kliniken beheben. Es sei „wichtig und notwendig, die Abläufe bei der Organspende zu verbessern“.

Der Minister appellierte an die Verantwortlichen in den Krankenhäusern, auf den Intensivstationen Koordinatoren für die Organspende einzusetzen. Diese sollen nach einem Todesfall mit den Angehörigen intensiv und einfühlsam „über dieses sensible Thema in der gebotenen Art und Weise“ sprechen, so Rösler.

Eine Spende müsse aber auf Freiwilligkeit beruhen, mahnte Rösler. „Die Überzeugung, anderen zu helfen, ist der stärkste Beweggrund für die Organspende.“ Die Bereitschaft dazu könne und dürfe nicht gesetzlich verordnet werden. „Sie müssen die Menschen überzeugen“, so der Liberale.

Thema offen diskutieren, Beratung und Aufklärung betreiben

Einige Politiker, darunter der Obmann der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss Rolf Koschorrek, brachten eine Änderung des deutschen Transplantationsgesetzes zu Gunsten einer „Widerspruchslösung“ ins Gespräch. „Es ist gut, dass offen darüber diskutiert wird, wie die Situation verbessert werden kann“, sagte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) der „Welt“. Denn „Jahr für Jahr sterben Menschen, die vergeblich auf Organspenden warten“. Mit einer „verantwortungsbewussten Debatte“ könnte man auch dafür werben, „dass es zu einer Widerspruchsregelung kommen kann, wie in vielen anderen europäischen Mitgliedsstaaten“, erklärte die Justizministerin bei „ZDF heute“.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach, sagte, dass Themen wie die Widerspruchslösung und Überkreuzspende - ein Organaustausch mehrerer Beteiligter - in der Koalition noch besprochen werden müssten. „Unabhängig von Parteimeinungen ist das sicherlich eine Diskussion, die fraktionsübergreifend im Plenum beraten werden muss.“ Als erster Schritt jedoch sei wichtig, die Situation durch Beratung und Aufklärung zu verbessern.

Hintergrund: Deutsche Regelung zur Organspende

In Deutschland gilt derzeit eine „erweiterte Zustimmungslösung“. Organe dürfen nur entnommen werden, wenn der Betroffene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat (zum Beispiel durch Vorliegen eines „Organspendeausweises“) oder die Angehörigen des Verstorbenes einer Entnahme einwilligen.

Bei einer „Widerspruchslösung“ könnte jeder Organspender werden, der sich vor seinem Ableben nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen hat. In mehreren europäischen Ländern ist dies Praxis, darunter in Spanien und Österreich.

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