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Merkel lehnt Sonderabgaben für kinderlose Bürger ab

Die jungen Unionsabgeordneten schlugen vor, dass Kinderlose Sonderabgaben zahlen sollten. Gegen diesen Vorschlag ist nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Vorschlag von Marco Wanderwitz zur Finanzierung des Sozialsystems
Marco Wanderwitz hatte gemeinsam mit jungen Unionsabgeordneten eine Mehrbelastung für Kinderlose gefordert. Diese Abgaben sollten der Finanzierung der Sozialsysteme dienen und prozentual vom Gehalt berechnet werden. Zudem wollten die jungen Abgeordneten, dass die Abgaben nach der Kinderanzahl gestaffelt wird. So hätten kinderlose Bürger ab 25 Jahren den vollen Betrag zahlen sollen und Eltern, die ein Kind haben, nur die Hälfte. Ab dem zweiten Kind hätten keine Abgaben mehr gezahlt werden müssen.

Angela Merkel spricht sich gegen Mehrbelastung Kinderloser aus
Angela Merkel hält von diesem Vorschlag zur Finanzierung der Sozialsysteme nichts. „Schon die Einteilung in Menschen mit und ohne Kinder ist nicht zielführend“, meint die Bundeskanzlerin. Sie sieht zwar das Anliegen der Nachhaltig der sozialen Systeme als berechtigt an, doch ist sie der Meinung, dass es dazu andere Lösungswege geben muss. Auch Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin, wehrt die Vorschläge der jungen Unionsabgeordneten ab. Sie möchte nicht die Kinderlosen bestrafen, sondern die Kinderwünsche fördern. Horst Seehofer empfindet den Vorschlag von Wanderwitz als Abzocke.

Nur Christine Haderthauer, Familienministerin in Bayern, ist für eine Besserstellung der Bürger mit Kinder. Sie sieht eine Gesetzeslücke darin, dass die Bürger gleich hoch belastet werden, egal ob die Menschen Kinder haben oder nicht. Der Ausspruch Haderthauer's „Wir müssen wieder in eine Gesellschaft hineinwachsen, in der es nicht völlig egal ist, wie man lebt“ wurde von Katja Dörner (familienpolitische Sprecherin der Grünen) scharf kritisiert. Haderthauer würde damit den Kinderlosen vorwerfen, keine Verantwortung tragen zu wollen. Dörner sieht diesen Vorwurf als reaktionär und unverschämt an.

Die Forderung der Grünen ist eher die Abschaffung des Ehegattensplittings. Laut Dörner könnten damit die Steuererleichterungen beendet werden, die nur mit dem Trauschein zu tun haben. Somit könnte man Beträge in Milliardenhöhe in Familien mit Kinder investieren.