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OnlinePresse.info: Aktuelle Zahlen zur Volksgesundheit zeigen, dass die Zunahme bewegungsabhängiger Erkrankungen wie Übergewicht (Adipositas), Rückenbeschwerden (Dorsopathien) sowie altersbedingtem Muskel- und Knochenschwund (Sarkopenie und Osteoporose) beängstigende Ausmaße angenommen hat und unser Gesundheitssystem in absehbarer Zeit an den Behandlungskosten zu kollabieren droht.
Unser Bewegungsverhalten wird immer mehr von einer technisierten und automatisierten Umwelt geprägt, was zu einer überhandnehmenden und für als selbstverständlich wahrgenommenen Bequemlichkeit führt. Türen öffnen sich wie von Geisterhand ohne Muskelkraft, kürzeste Wege werden mit dem Auto zurückgelegt und nicht mehr zu Fuß, Treppenhäuser verlieren immer häufiger den Kampf gegen Aufzüge, auch wenn es nur ein Stockwerk zu überwinden gilt, Kinder verbringen ihre Freizeit lieber mit Game-Boy und TV, als auf Bäume zu klettern, oder den Ball über den Bolzplatz zu dreschen, … Diese Aufzählung könnte man beliebig fortführen. Fakt ist, dass körperliche Entwicklungs- oder Erhaltungsreize durch Schonung und Bequemlichkeit immer häufiger ausbleiben und zu einer schleichenden Degeneration von Organen und Geweben wie Muskulatur und Knochen führen. Das Ausmaß an Alltagsmotorik schrumpft immer mehr genauso wie die Bereitschaft, etwas Eigenverantwortung für gesundheitsfördernde Maßnahmen aufzubringen. Dies geht so lange gut, bis sich gesundheitliche Beschwerden einstellen.
Wenn wir gesundheitliche Probleme haben, gehen wir zum Arzt. Im Schnitt passiert das 18 x im Jahr (Quelle: GEK-Studie 2010), immer verbunden mit der Hoffnung, aufgetretene körperliche Beschwerden durch Massagen, Medikamente oder Spritzen und Gut-Zureden in den Griff zu bekommen. Zunächst wirken ja diese Maßnahmen auch und führen zu mehr oder weniger großem Behandlungserfolg. Solange jedoch nicht an den Ursachen gearbeitet wird, werden die körperlichen Beschwerden immer wiederkommen und die Lebensqualität auf Dauer weiter abnehmen.
Etwas für seine Gesundheit zu tun, steht bei vielen Menschen in Deutschland zwar auf der persönlichen To-do-Liste immer ganz weit oben, aber der Vorsatz ist auch zumeist schon das Letzte, womit sich viele Menschen auseinandersetzen.
Viel lieber pflegen wir unseren Wohlstand, unsere Autos, unsere Häuser, unsere Gaumen. Da bleiben nicht mehr viel Platz und Zeit für die persönliche Gesundheitspflege. Es mag zwar einen harten Kern von 4 oder 5 % der Bevölkerung geben, die Ihren körperlichen Idealen in modernen Fitnesstempeln regelmäßig unregelmäßig hinterherjagen und weitere 10 %, die in Eigenregie etwas für ihre Gesundheit tun; die breite Masse aber geht grob fahrlässig und verantwortungslos mit unserem höchsten Gut um und hofft, dass es schon gut gehen wird.
Umfragen bestätigen immer wieder, dass das Gesundheitsbewusstsein in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist und die Fähigkeit, sorgsam mit seinen persönlichen Gesundheitsressourcen umzugehen, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen stark eingeschränkt ist.
Viele Menschen sind erst dann bereit, in die eigene Gesundheit zu investieren, wenn die Kosten hierfür von Vater Staat bzw. den Krankenversicherungsträgern übernommen werden. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden. Eigenverantwortliches Handeln, das Wissen um den eigenen Körper und wie ich diesen in Schuss halten kann, die Bereitschaft, Zeit für die persönliche Gesundheits- und Fitnesspflege frei zuhalten, sollten wie selbstverständlich in das Bewusstsein zurückkehren. Investiert man rechtzeitig in seine eigene Gesundheit, kann man sich sicher sein, in späteren Jahren von den angesammelten Zinsen zu zehren und fit und mobil durchs Leben gehen zu können.
Auch unsere Kinder müssen den Umgang mit ihrer Gesundheit rechtzeitig vermittelt bekommen und ein Gesundheitsbewusstsein entwickeln, was den Annehmlichkeiten unserer Umwelt trotzen kann. Der Sport ist dabei ein überragendes Instrument, seinen Körper zu entdecken.
Christian Morgenstern hat einmal hierzu treffend festgestellt: Das Gesundheitsinteresse ist riesengroß, das Gesundheitswissen ist mäßig, das Gesundheitsverhalten ist miserabel.
Brechen wir also eine Lanze für mehr Eigenverantwortung im Umgang mit unserer Gesundheit und fangen nicht erst nächsten Monat, sondern direkt morgen damit an.
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