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„Luft nach oben“: Nachhaltigkeitskommunikation entspricht nicht den Erwartungen von Investoren

Bestenfalls von durchschnittlicher Qualität: Studie von Hansen Kommunikation Collier und factx zeigt, dass die Nachhaltigkeitskommunikation im Urteil der Anleger durchfällt. Investoren nutzen in erster Linie Presseartikel, Internetrecherchen und Geschäftsberichte, um sich über die Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen zu informieren. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Themas bei Investitionsentscheidungen können Unternehmen durch die professionelle Gestaltung Ihrer Nachhaltigkeitskommunikation bei Anlegern punkten.

Informationen zur wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens können Investoren vor allem über Geschäftberichte abrufen. Bei Interesse an nicht-wirtschaftlichen Indikatoren – z.B. Aspekten der Nachhaltigkeit – ist zu erwarten, dass diese in Nachhaltigkeitsberichten gesucht werden. Wie eine Studie von Hansen Kommunikation Collier GmbH und factx Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung mbH unter 366 institutionellen Investoren zur Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Investitionsentscheidungen zeigt, wird zur Beschaffung solcher Informationen jedoch ein Mix aus verschiedenen Medien genutzt.

Erstaunlich ist vor allem, dass Nachhaltigkeitsberichte in der Rangfolge der genutzten Quellen erst an vierter Stelle stehen. Für Fragen der Nachhaltigkeit werden hauptsächlich Presseartikel und Fachmagazine herangezogen: 37,4 % greifen auf diese Medien zurück. Mit 23,8 % liegen Internetrecherchen auf Rang 2, gefolgt von Geschäftsberichten (20,5 %). Nachhaltigkeitsberichte als Informationsquelle nutzen 12,3 % der Investoren.

Die geringe Nutzung von Nachhaltigkeitsberichten ist vor allem darauf zurückführen, dass es der bisherigen Nachhaltigkeitskommunikation noch an Qualität fehlt. Viele der Investoren gaben an, dass Qualität, Transparenz und Informationsgehalt der Berichte nur durchschnittlich sind (46,5 % der Befragten). 17,8 % bewerteten die Berichte als „ausreichend“, 3,9 % qualifizierten sie als „sehr schlecht“.

Die Studie zeigt außerdem, dass Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen und künftig häufiger als zusätzliches Kriterium bei Investitionsentscheidungen herangezogen wird. Angesichts der steigenden Bedeutung des Themas für Investitions¬-entscheidungen muss die Qualität der Nachhaltigkeitskommunikation verbessert werden, um Investoren gezielt, umfassend und nachvollziehbar zu informieren.

Gabriele Collier, geschäftsführende Gesellschafterin der Hansen Kommunikation Collier GmbH, sagt dazu: „Nachhaltigkeitsberichte lassen sich nicht ad-hoc aus dem Boden stampfen. Sie müssen mit einer Vielzahl an Daten und Fakten die nachhaltige Entwicklung in Unternehmen belegen können. Das ist ein aufwändiger Prozess.“ Sie empfiehlt daher Unternehmen, die bei Investoren werben wollen, sich des Themas ernsthaft anzunehmen. „Der Nachhaltigkeitskodex vom Deutschen Rat für Nachhaltige Entwicklung ist schon ein erster Schritt in Richtung Berichtspflicht. Wer hier nicht die Gunst der Stunde nutzt, droht ins Hintertreffen zu geraten.“

Wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung bei Investoren und der Öffentlichkeit ankommen, kann durch Markforschung beleuchtet werden. Der Meinung ist Jürgen Löhrer, Geschäftsführer der factx Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung mbH: „Im Prinzip kann man hier von einer Wirksamkeits-Analyse sprechen. Eine direkte Befragung von Interessensgruppen, wie gut ein Nachhaltigkeitsbericht angekommen ist und wie das Unternehmen wahrgenommen wird, kann zeigen, welchen Nutzen dieses Kommunikationsinstrument hat. Vor allem geht es hier auch um den nicht-wirtschaftlichen Nutzen und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.“

Die Studie zur Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Investitionsentscheidungen institutioneller Investoren kann über die Webseite www.sichtbar-nachhaltig.de bestellt werden.