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Ist man auch von der Welle der psychischen Erkrankung erfasst?

Bild von Denker

In Deutschland steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen drastisch an, über 50 Millionen Arbeitstage fehlten Arbeitnehmer auf Grund psychischer Erkrankungen:

Unsere Welt wird immer globalisierter, die Unternehmen müssen gegen mehr Konkurrenten kämpfen, nämlich nicht nur in der Region sondern mittlerweile europaweit und weltweit. Dabei steigen die Anforderungen an die Beschäftigten, die mehr unter Stress geraten.

Gründe für Stress sind vor allem die ständige Erreichbarkeit via Handy, Email, soziale Netzwerke, die Unternehmen nehmen viele Mitarbeiter - vor allem leitende Angestellte - auch außerhalb ihrer Dienstzeit in Beschlag. Gleichzeitig versuchen die Arbeitnehmer diese gestiegenen Anforderungen zu erfüllen, was dann zu weniger Erholung in der Freizeit führt.

Ein weiterer Grund für die Welle der psychischen Erkrankungen ist aber auch die Angst vor Arbeitslosigkeit und Jobverlust, denn wenn man nicht mehr in der Lage ist den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, haben viele Arbeitnehmer Angst bei der nächsten Krise als Erstes entlassen zu werden.

Waren es im Jahr 2001 vor 11 Jahren noch "nur" ca. 33 Millionen Fehltage durch psychische Erkrankungen, so betrug die Anzahl der Fehltage im Jahr 2010 über 50 Millionen, damit sind ca. 13 Prozent der Beschäftigten von psychischen Erkrankungen oder Überlastungen betroffen.

Es ist daher wichtig, dass die Unternehmen und leitenden Angestellten sich mit ihren Arbeitnehmern zusammensetzen und besprechen, wo man den Stress abbauen kann, dies kann in Bereichen sein, die eine ständige Erreichbarkeit fordern, dahinter sich aber keine Effizienz befindet, zum Beispiel wegen Kleinigkeiten, die auch ruhig ein paar Stunden oder Tage warten können die mobile Erreichbarkeit zu begrenzen auf absolute Notfälle.

Wenn man am Wochenende und in der Freizeit von einem übereifrigen Chef angeschrieben wird, dass man noch dies und das erledigen kann, dann kann man vereinbaren, dass dies während der Arbeitszeit geschehen wird. Der Chef soll dann besser eine Email an den Arbeitsaccount senden und nicht an die private Emailadresse. Rücksichtsvolle Chefs werden davon profitieren, in dem diese dann gut ausgeruhte Arbeitskräfte haben, die während der Arbeitszeit sehr gute Leistungen bringen können - wenn sie die Arbeitnehmer in ihrer Freizeit und Erholung nicht mehr stören.

Aber auch die Arbeitsgerichte haben zu klären, inwieweit es zulässig ist, dass im Arbeitsvertrag eine Erreichbarkeit in der Freizeit gefordert wird. Kündigungen auf Grund von Arbeitsverweigerungen in der Freizeit dürfen nicht durchkommen.

Neben den Arbeitnehmern betrifft die Welle der psychischen Erkrankungen vor allem aber auch Selbständige, allerdings gibt es hierzu keine brauchbaren Erhebungen, da Selbständige bis zum völligen Burnout kämpfen, der Verlust der Selbständigkeit ist durch den erhöhten Stress ebenso ein steigendes Merkmal.