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Urteil zu Bauzeitzinsen zur Absetzbarkeit von Herstellungskosten vom Finanzgericht München

Bild von Denker

Sind Bauzeitzinsen als Herstellungskosten absetzbar?
Eine Frage, die viele Hauseigentümer interessiert. Das Finanzgericht München hat sich der Frage angenommen ob Bauzeitzinsen als Herstellungskosten abgesetzt werden können und informiert im Urteil über die Entscheidung:

Zinsen für Kredite zur Finanzierung einer Immobilie, die während der Bauphase anfallen, können unter Umständen als Herstellungskosten anerkannt werden. Dadurch erhöhen sie die Abschreibungsbasis.

Nach Angaben der Wüstenrot Bausparkasse AG, einer Tochter des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische, gilt dies zum Beispiel für Zinsen, die bis zu dem Zeitpunkt entstehen, ab dem die Absicht einer Vermietung ersichtlich wird.

Das ergibt sich aus einem Urteil des Finanzgerichts München vom 24.11.2011 – Az.: 11 K 2686/10.

Im entschiedenen Fall hatte der Kläger ein Haus gebaut und mit Krediten finanziert, das er nach Fertigstellung verkaufen wollte.

Da sich der Verkauf nicht verwirklichen ließ, behielt er das Objekt und vermietete es. Gegenüber dem Finanzamt machte er für die Ermittlung der Absetzung für Abnutzung (AfA) die Herstellungskosten zuzüglich der bis zum Zeitpunkt der Vermietung fälligen Finanzierungskosten geltend.

Nach diesem Zeitpunkt entstandene Zinsen waren unstrittig Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Die Bauzeitzinsen wollte das Finanzamt hingegen nicht als Teil der Herstellungskosten anerkennen.

Das Gericht gab jedoch dem Kläger Recht. Es begründete seine Auffassung damit, dass die ursprünglich nicht vorhandene Vermietungsabsicht des Bauherren den Bauzeitzinsen den Werbungskostencharakter genommen hätte, die somit Herstellungskosten seien.

Es ließ jedoch eine Revision an den Bundesfinanzhof zu, da ein solcher Fall bisher höchstrichterlich nicht geklärt sei.

Wüstenrot & Württembergische – Der Vorsorge-Spezialist
Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe ist „Der Vorsorge-Spezialist" für die vier Bausteine moderner Vorsorge: Absicherung, Wohneigentum, Risikoschutz und Vermögensbildung. Im Jahr 1999 aus dem Zusammenschluss der Traditionsunternehmen Wüstenrot und Württembergische entstanden, verbindet der börsennotierte Konzern mit Sitz in Stuttgart die Geschäftsfelder BausparBank und Versicherung als gleichstarke Säulen und bietet auf diese Weise jedem Kunden die Vorsorgelösung, die zu ihm passt. Die rund sechs Millionen Kunden der W&W-Gruppe schätzen die Service-Qualität, die Kompetenz und die Kundennähe von 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Innendienst und 6.000 Außendienst-Partnern. Dank eines weiten Netzes aus Kooperations- und Partnervertrieben sowie Makler- und Direkt-Aktivitäten kann die W&W-Gruppe mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland erreichen. Die W&W-Gruppe setzt auch künftig auf Wachstum und hat sich bereits heute als größter unabhängiger und kundenstärkster Finanzdienstleister Baden-Württembergs etabliert.