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Wissenschaftler aus Halle erhoffen sich Durchbruch in der Alzheimerforschung

Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet sind Forscher aus Halle einen großen Schritt in der Alzheimer-Forschung weitergekommen. Die Aussicht auf ein wirksames Medikament ist demnach sehr vielversprechend.

Bereits vor einigen Jahren konnten die Forscher aus Halle ein Eiweiß ausmachen, das als Auslöser der Alzheimer-Erkrankung gilt. Probiodrug, ein Pharmaforschungsunternehmen, arbeitete mit Wissenschaftlern aus den Vereinigten Staaten und Österreich zusammen. Gemeinsam fand man heraus, dass dieses Eiweiß sich bei Menschen mit Alzheimer im Hirn nicht mehr abgebaut hatte. Dadurch können keine oder nur noch wenige Informationen weitertransportiert werden und später sterben Nervenzellen ab.

Nun konnten die Halleschen Forscher beweisen, dass dieses Eiweiß andere Eiweiße anstecken kann, sprich mit den toxischen Eigenschaften infizieren. Bei Versuchen wurden Lösungen mit diesem giftigen Eiweiß verdünnt und selbst bei mehrmaliger Verdünnung blieb die Eigenschaft der Abtötung von Nervenzellen bestehen. Für weitere Untersuchungen züchtete man Mäuse, bei denen die Nervenzellen mit anderen Reizleitungen funktionierten als beim Menschen. Die Mäuse reagierten nicht auf das giftige Eiweiß und erkrankten nicht an Alzheimer.

Probiodrug entwickelte ein Medikament, das momentan an gesunden Menschen getestet wird. Bei diesen Tests wird geschaut, wie sich der Wirkstoff im Körper durchsetzt und verteilt und wie verträglich das Medikament ist. Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, sind für 2013 erste Patientenversuche geplant.