Nachrichtendienst mit Presseportal zu Tagesthemen
Nachrichten und Pressemitteilungen
 

Streit um Keime in Krankenhäuser

In Berlin trafen sich Patientenvertreter und Vertreter von Krankenhäusern, Ärzten und Krankenkassen, um sich über neue Qualitätssicherungen im Bezug auf Krankenhauskeimen zu einigen. Dabei kam es jedoch zum Streit und die Patienvertreter verließen die Versammlung im GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) vorzeitig.

Grund für diesen Streit war eine mangelnde Erfassung der Fälle, die an Wundinfektionen nach Operationen leiden. Die Zahl der Patienten mit solchen Infektionen wird vom Robert-Koch-Institut auf jährlich 225 000 geschätzt. Der Vorwurf der Patientenvertreter lautet, dass die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) ein Verfahren, das zur Qualitätssicherung geplant war, nur einschränkend zugelassen hat. Demnach werden nur rund Tausend Fälle dieser Wundinfektionen nach Operationen erfasst.

Hygienemangel in Kliniken ist keine Seltenheit mehr und das Gesundheitsministerium schätzt die Zahl der Wundinfektionen sogar noch höher ein, als das Robert-Koch-Institut. Das Ministerum schätzt die Zahl der Patienten, die in Folge solcher Infektionen sterben, auf zirka 15 000 ein. Experten sagen aus, dass man zwar nicht komplett Erreger aus Praxen und Kliniken verbannen kann.

Doch mit verbesserten und strengeren Richtlinien könnten bis zu dreißig Prozent aller Infektionen nach Operationen vermieden werden. Damit festgestellt werden kann, welche Operationen Infektionen nach sich ziehen, sollten die Fälle erfasst und ausgewertet werden. Die Vorgaben für diese Qualitätssicherung seien jedoch nach den Aussagen des Aqua-Institutes, welches die Erfassung der Infektionsfälle übernehmen sollte, zu eingeengt.

Somit müssen die Vorgaben neu überdacht werden und die Patientenvertreter äußern den Verdacht, dass die DKG solche Qualitätsverfahren verhindern möchte. Dieser Verdacht wird von der Krankenhausgesellschaft abgewiesen und wie Iris Juditzki mitteilte, hat der DKG "nichts zu verstecken". Das Gesundheitsministerium möchte sich aus dieser Angelegenheit heraushalten, da dafür der GBA verantwortlich sei, mit dem sich nun die Patientenvertreter zerstritten hatten.