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Alte Tagebücher und Dokumente in Sütterlinschrift entziffern lassen

Eine Seniorengruppe aus Hamburg hilft beim Entziffern von Schriften, die in Sütterlin geschrieben wurden. Auf diese Weise erfährt so manches Familienmitglied Interessantes über das Leben der verstorbenen Ahnen.

Manche Schriften sterben im Laufe der Zeit einfach aus.
So ist es auch mit Sütterlin, eine Schrift, die nach Ludwig Sütterlin, einem Grafiker, benannt wurde.

Während des zweiten Weltkrieges wurde diese Schreibschrift verboten und ab 1952 noch einmal für zwei Jahre in den Schulen Deutschlands unterrichtet.

Tauchen nun Urkunden oder Kirchenbücher auf, die in Sütterlin geschrieben wurden, kann kaum noch jemand diese Schriften lesen. Zudem wurde die Schrift fast nur mit der Hand geschrieben, sodass auch noch Eigenheiten des Schreibers das Entziffern erschweren.

Einige Dokumente sind Zeitzeugen und manches junge Familienmitglied interessiert es, wie der Uropa oder die Uroma gelebt hat und welche Erfahrungen sie im Krieg machten. Tagebücher sind in vielen Haushalten noch vorhanden, doch Sütterlin hat sich schon beinahe zu einer Art Geheimschrift entwickelt.

Die 73jährige Hannelore Faroß hat sich dieses Problem zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit anderen Senioren hilft sie beim Übersetzen von Tagebüchern, Briefen und anderen Dokumenten, die in Sütterlin geschrieben sind.

Die Senioren treffen sich im Altenzentrum Ansgar in Hamburg und machen sich an die Arbeit der Entzifferung. In den letzten elf Jahren erhielten sie über 1500 Aufträge, die nicht nur aus Deutschland stammten. Auch aus anderen Ländern bekam die Gruppe Dokumente geschickt.

Mittels Fernkurs kann man bei ihr sogar lernen, Sütterlin zu schreiben und zu lesen. Auf diese Weise werden nicht nur wichtige Zeitdokumente überleben, sondern auch eine Schreibschrift, die schon fast kunstvoll wirkt.