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Bundesgesundheitsministerium erlaubt weiterhin Schönheitsoperationen bei Jugendlichen

Unionspolitiker möchten ein Verbot für Schönheitsoperationen bei Minderjährigen durchsetzen. Das Bundesgesundheitsministerium sieht sich für ein solches Verbot nicht kompetent genug an.

Immer mehr Jugendliche legen sich freiwillig unter das Messer, um Schönheitsidealen zu entsprechen. Die Union fordert, dass unnötige Operationen bei Jugendlichen verboten werden. Das Bundesgesundheitsministerium hält sich nicht für zuständig, da die Kompetenz für diese Regelung nicht beim Ministerium liegt. Das Verbot wird zudem aus Gründen des Verfassungsrechts abgelehnt. Wie aus einem Schreiben des Ministeriums hervorging, könnte das Verbot auch nicht im Kindschaftsrecht oder im Jugendschutzgesetz verankert werden.

Wie die Union angab, werden zehn Prozent der Schönheitsoperationen an Menschen unter zwanzig Jahren durchgeführt. Das Bundesgesundheitsministerium hielt dagegen, dass in dieser Anzahl alle Operationen der plastischen Chirurgie enthalten sind, somit auch jene, die Folgen von Verbrennungen oder fehlgebildete Hände operativ behandelten.

Laut Experten ist eine Abgrenzung zwischen Operationen mit ästhetischem Motiv und Operationen mit psychologischem oder medizinischen Hintergrund sehr schwierig. Die Zahlen der Vereinigung Deutscher Plastischer Chirurgen sehen ganz anders aus, als die der Union. So würden nur zikra 1,2 Prozent der Schönheitsoperationen an Minderjährigen durchgeführt, wobei am häufigsten die Ohren angelegt werden.

Schon vor einigen Jahren wollten Politiker der SPD solch ein Verbot durchsetzen. Bisher reicht die Zustimmung der Erziehungsberechtigten, damit sich Jugendliche beispielsweise die Brust vergrößern oder Fett absaugen lassen können. Die Gesundheitspolitiker der Union möchten solche und ähnliche Operationen bei Jugendlichen verbieten, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt.