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Drogenbericht 2012: Konsum von Zigaretten und Alkohol bei Jugendlichen gesunken

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt einen positiven Wandel bei den Themen Konsum von Alkohol und Zigaretten bei Jugendlichen. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Jugendlichen, die ein hohes Risiko zur Intersucht oder Glückspielsucht tragen.

Wie das Ergebnis des Sucht- und Drogenberichtes von 2012 zeigt, greifen immer weniger Jugendliche zur Zigarette oder zum Alkohol. Dennoch leiden Millionen von deutschen Bundesbürgern unter einer Sucht. Das Risiko wird durch Glücksspielautomaten und Internet erhöht. Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte, nannte den Gebrauch von Internet und Computerspielen bei jungen Menschen und Jugendlichen als exzessiv. Dies sei Grund zur Besorgnis.

Dyckman teilte mit, dass die Bundesregierung eine neue Verordnung herausbringen möchte, damit die Zahl der Glücksspielautomaten in Gaststätten weiter reduziert wird.

Derzeit sind drei Automaten erlaubt. Obwohl die Nutzung der Automaten erst ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt ist, haben die Jugendlichen in den meisten Gaststätten Zugang zu den Glücksspielgeräten. Das Risiko der Spielsucht steigt damit an.

Außerdem sollen unter den jungen Menschen etwa 1,4 Millionen ein problematisches Verhalten gegenüber der Nutzung des Internets aufzeigen. Zirka 250 000 Menschen im Alter zwischen 14 Jahren und 24 Jahren gelten als onlinesüchtig.

Die Internetsucht ist allerdings noch keine eigenständige Erkrankung. Mechthild Dyckman möchte, dass das Engagement zur Aufklärung eines verantwortungsvollen Gebrauchs von Computer und Internet verstärkt wird.

Positiv ist das Ergebnis im Bezug auf Alkohol- und Zigarettenkonsum zu werten. Unter den Jugendlichen greifen mittlerweile immer weniger zur Zigarette. Auch der Alkoholkonsum hat sich verringert.

Von den 12- bis 17jährigen gaben rund 14 Prozent an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu konsumieren. Das sind 4 Prozent weniger als noch im Jahr 2001.

Dennoch sind 1,3 Millionen deutsche Bundesbürger vom Alkohol abhängig und jährlich sterben über 70 000 Menschen durch Alkoholmissbrauch.

Im Jahr 2004 gaben noch 15,1 Prozent der jungen Menschen und Jugendlichen an, Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2011 schrumpfte die Zahl auf 6,7 Prozent.

Netzwerk für Ratsuchende

Netzwerk für Ratsuchende bei Mediensucht
Seit 5 Jahren sind wir (Elterninitiative rollenspielsucht.de und AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.) im Bereich der Selbsthilfe aktiv. So ist u.a. auch ein Merkblatt "Erste Schritte bei Mediensucht" entstanden, da meist die Verzweiflung und Ohnmacht der betroffenen Familien groß ist.

Stellen, die helfen können, findet man im Netzwerk für Ratsuchende (netzwerk-fuer-ratsuchende.de). Dort gibt es schon über 370 Eigeneinträge, davon ca. 180 Suchtberatungsstellen. Weiter: Kliniken, Ärzte, Therapeuten, Netzwerke, Präventionsstellen, Ambulanzen, Offline-Alternativen, etc. und Info- und Austauschforen. Am meisten lernen kann man von ca. 200 Aussteigerberichten in denen eindrücklich zu lesen ist, wie sehr die Sucht das Leben verändert. Bei vielen Menschen, besonders bei Verantwortungsträgern, fehlt einfach die Vorstellungskraft, wie verheerend die Auswirkungen für alle Beteiligten sind.
Christoph Hirte,
rollenspielsucht.de und AKTIV GEGEN MEDIENSUCHT e.V.