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Rettet die deutsche Sprache vor globalisierter Peinlichkeit. V. Wettbewerb „Werbewerke“ des Vereins Deutsche Sprache Reg.56

Bild von confluentinus

Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre schreibt die Regionalgruppe 56 des Vereins Deutsche Sprache dieses Jahr bereits zum fünften Mal den Wettbewerb „Werbewerke“ aus. In der Zeit vom 04.06. bis zum 17.08.2012 (Einsendeschluss) werden Fotos von origineller und aussagekräftiger deutscher Werbung auf Ladenschildern, Plakaten und Faltblättern gesucht.
Die besten Einsendungen werden mit 50-200€ bzw. mit Sachpreisen prämiert.

Koblenz, den 04.06.2012.Wenn Käufer zum Ausverkauf oder Sommerschlussverkauf gehen, wenn sie Kinderkleidung, Unterwäsche, Sessel oder auch nur eine Fahrkarte kaufen wollen, dann werden sie mit "sale" (statt season sale(s)), Kidswear (statt children's wear), Underwear (statt underclothes), seats oder tickets überschwemmt: Werbung, die eigentlich den Käufern Produkte schmackhaft machen und, wenn sie gut ist, erläutern müsste, verlangt seit Jahren das Mitschleppen von Wörterbüchern oder Dolmetschern, um die Werbebotschaften richtig zu verstehen. Aber manchmal können beide nicht helfen, wenn einem Wörter wie etwa „Handy“, „Public viewing“ oder „Back factory“ begegnen, die kein richtiges Englisch, sondern deutsche Erfindungen sind und eine - oft lächerliche - globalisierte Weltläufigkeit vortäuschen sollen.
Der Verein Deutsche Sprache (VDS) wendet sich gegen die Abwertung der deutschen
Sprache und hat sich deren Erhalt und Förderung auf die Fahne geschrieben. Vor diesem Hintergrund ruft die VDS-Regionalgruppe 56 unter Vorsitz von Prof. Dr. Heinz-Günther Borck auch 2012 wieder zur Teilnahme an ihrem V. Wettbewerb „Werbewerke“ auf und setzt damit ihre früheren beliebten Wettbewerbe fort.
Vom 04.06. bis 17.08.2012 wird nach Fotos Ausschau gehalten, die die phantasievollsten, innovativsten und vielleicht sogar witzigsten Ideen deutscher Werbung darstellen. Oft wird dabei pfiffig die Geschäftstätigkeit des Unternehmens beschrieben und unterhaltsam Sprache verfremdet: So beim Friseur, dessen Geschäft sich "Schnittmenge" nennt, beim Reisebüro, das "Tapetenwe(x)el" heißt, oder beim Optiker, dessen Geschäft "Neusehland" heißt.
Doch genauso sucht die Regionalgruppe nach Gegenbeispielen, die sich aufgrund ihrer Einfallslosigkeit hinter (oft un-)englischen Ausdrücken verbergen, die Kunden in den seltensten Fällen richtig verstehen. So ist z.B. der Werbespruch "(N.N.) goes school", der die Zusammenarbeit eines Unternehmens mit Schulen bezeichnen soll, nichts weiter als schlechtes Englisch, und „sale“ für Schlussverkauf, das sich wie ein Pestbazillus verbreitet hat, beleidigt geradezu den deutschen Kunden, wenn es ohne jede deutsche Erläuterung mit weiteren fremdsprachlichen Begriffen wie „soldes“, „saldi“, „venta“ daherkommt.
Muss man wirklich in Spanien auf Spanisch, in Frankreich auf Französisch, in Deutschland aber mit schwer verdaulichen englischen Sprachbrocken werben? Denglischer Sprachmatsch verstopft die Verständigungswege der deutschen Gesellschaft, grenzt viele Menschen – darunter nicht englischsprachige Ausländer – aus und steht damit auch in krassem Widerspruch zu allen Integrationsbemühungen, deren Erfolg zumindest eine gemeinsame Grundlage, nämlich die gemeinschaftsstiftende Sprache, voraussetzt.

Die besten Einsendungen (möglichst Bildpaare) werden mit 50-200 € prämiert und
öffentlich vorgestellt; für die drei besten Werbeideen werden den Ladeninhabern bzw. Plakatgestaltern Anerkennungsurkunden des Vereins Deutsche Sprache überreicht. Bildvorschläge zur Teilnahme am Wettbewerb „Werbewerke“ und Begründungen zur Bildwahl können als elektronische Post (Bildanhang möglichst als .jpg- bzw. .pdf-Dokument) bis zum 15.08.2011 an borck@obere-meerbach.de eingesandt werden.