Nachrichtendienst mit Presseportal zu Tagesthemen
Nachrichten und Pressemitteilungen
 

Statistik über weltweite Atomwaffen lässt hoffnungsloses Bild entstehen

Die Versprechen der nuklearen Mächte über eine Abrüstung seien laut Friedensforscher nur rhetorisch ausgeklügelte Aussagen. Die Anzahl der Atomwaffen hat sich zwar weltweit reduziert, aber die Waffen sind auch moderner geworden.

Sipri, Stockholmer Institut für Friedensforschung, gab in seinem Jahrbuch bekannt, dass im Jahre 2012 weltweit
19 000 atomare Sprengköpfe verfügbar sind. 2011 lag die Zahl noch bei 20530. Allerdings sieht die reduzierte Anzahl atomarer Sprengköpfe nur auf den ersten Blick nach Abrüstung aus, denn wie das Institut aussagt, haben die Atommächte ihr System für Atomwaffen modernisiert oder sie planen eine Erneuerung.

Bei dem Programm der USA namens LEP (Life Extension Program) geht es um eine verlängerte Lebensdauer von atomaren Waffen. Zum Rahmenprogramm gehört auch die Modernisierung der B-61-Bomben, die in Deutschland stationiert sind. Darum kümmert sich die National Nuclear Security Administration, die dem Energieministerum der USA unterstellt ist. So werden unter anderen moderne Zünder oder Sicherheitsvorrichtungen eingebaut und die Konstruktion der Waffen optimiert. Die Kosten für dieses Programm liegen momentan bei rund 6 Milliarden Euro.

Gelobt wurden die Mächte Großbritannien, Frankreich und die USA aufgrund ihrer transparent gemachten Informationen über ihre Waffenarsenale. Russlands Tranparenz ist eher zurückgegangen und China hält weiterhin seine Informationen zurück.

Schwierig zu bekommen sind auch die Informationen von den Atommächten, die nicht zum Atomwaffensperrvertrag zählen. Die Friedensforscher aus Stockholm können die Menge der nuklearen Sprengköpfe von Pakistan, Indien und Israel nur schätzen. Somit wird von zirka 110 Sprengköpfen in Pakistan und der selben Anzahl in Indien ausgegangen und bei Israel liegt die vermutete Zahl von atomaren Sprengköpfen bei etwa 80. Laut den Angaben von Sipri erhöhen Pakistan und Indien ihre Produktionskapazität von spaltbaren Materialien, die militärischen Zwecken dienen. Ebenso sind diese beiden Staaten mit der Entwicklung von neuen Trägersystemen beschäftigt. Während die indischen Militärprinzipien einen Ersteinsatz atomarer Waffen untersage, hat Pakistan solche Begrenzungen nicht vorzuweisen. Israel soll nach Angaben des SPIEGELS U-Boote mit Marschflugkörpern aufrüsten, die atomar bestückt sind.

Shannon Kile, zuständiger Mitarbeiter von Sipri, sieht in den Ergebnissen der Forschungsarbeit einen rein rhetorischen Willen der Atommächte, wenn es um die Abrüstung geht. Er sieht in den Modernisierungsmaßnahmen einen weiterhin bestehenden Machtbeweis in Form von Atomwaffen, der für die Staaten wichtig zu sein scheint.