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Unser Planet steht kurz vor dem Zusammenbruch

Die Ernährung der Bevölkerung auf der Erde ist schon bald gefährdet, wenn die Umweltziele nicht dringend auf internationaler Ebene umgesetzt werden.

Vom 20. bis 22. Juni werden über hundert Regierungs- und Staatschefs auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung zusammenkommen, um über die Umsetzung von Umweltzielen zu reden.

In dem Fachmagazin namens Nature wurde eine Studie von führenden Geologen, Ökologen, Paläontologen und Biologen veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich, dass das Zusammenspiel von Umweltzerstörung, Klimawandel und Bevölkerungswachstum noch im jetzigen Jahrhundert zu einem Kollaps der Erde führen könnte. Die globale Zerstörung der kleinen Ökosysteme wird bereits 2025 die gefährliche Marke von fünfzig Prozent erreicht haben. Dies würde eine Kollabierung des gesamten Ökonetzes bedeuten, wobei die Wissenschaftler davon ausgehen, dass dieser Zusammenbruch plötzlich geschieht und nicht auf langsamen Wege.

Für die Studie wurden die Auswirkungen globaler Veränderungen der Umwelt auf die Pflanzen- und Tierwelt von früheren Zeiten mit den aktuellen Umweltveränderungen verglichen. Um Berechnungen ausführen zu können, wurde für die Studie von einem Bevölkerungsanstieg auf 9,3 Milliarden Menschen bis zum Jahre 2050 ausgegangen. Nach diesen Berechnungen reicht eine fünfzig prozentige Zerstörung der kleineren Ökosysteme aus, um einen globalen Kollaps herbeizuführen.

Laut Studienergebnisse werden bereits heute etwa 43 Prozent der Erdoberfläche ohne Eis für Wohnraum und Landwirtschaft genutzt. Hält diese Trendrichtung an, sind die fünfzig Prozent schon im Jahre 2025 erreicht. Damit wäre die Ernährung für die gesamte Bevölkerung auf der Erde nicht mehr gesichert. Wie Anthony Barnosky erklärt, wäre solch eine Entwicklung nicht mehr umkehrbar. Laut Meinung des Biologen würde sich in dem Fall aus biologischer Sicht die heutige Welt in eine neue verwandeln.

Die Wissenschaftler weisen jedoch auch darauf hin, dass es noch Zeit gibt, um vorhandene Lösungen umzusetzen. Zum Beispiel kann an der Rohstoffverschwendung gearbeitet werden oder ein Umdenken über Wachstum um jeden Preis zur Gegensteuerung führen. Der Professor für Biodiversität, Arne Mooers äußerte sich, dass bisher nichts Bedeutsames unternommen wurde, um gegen die Zerstörung des ökologischen Systems vorzugehen.

International wurden zwar Umweltziele vereinbart, doch die Umsetzung ist als mangelhaft zu beschreiben. Dies kritisierten auch die Vereinten Nationen. Lediglich bei vier Umweltzielen gibt es relevante Fortschritte, konnte dem Umweltbericht Geo-5 entnommen werden. Neunzig Umweltziele waren aber auf internationaler Ebene vereinbart. Der Generaldirektor des Umweltprogrammes der UN, Achim Steiner, stellte den Umweltbericht in Rio de Janeiro vor. Dort findet vom 20. bis 22. Juni die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung statt. Wie Steiner meint, stehen die Regierungen in der Verantwortung, wenn ein Kurswechsel nicht angestrebt wird und sich dadurch die Lage verschlechtert.