Nachrichtendienst mit Presseportal zu Tagesthemen
Nachrichten und Pressemitteilungen
 

Chinesen wehren sich gegen Chinas Ein-Kind-Politik

Ein erschreckendes Foto wird seit einigen Tagen in chinesischen Internetforen und Mikroblogging-Diensten verbreitet: Eine junge Frau liegt leben ihrem toten Fötus. Die Frau ist 23 Jahre jung und wurde im siebten Monat von behördlicher Seite aus zu einer Abtreibung gezwungen.

Zwangsabtreibungen werden von den Behörden im Zuge der chinesischen Ein-Kind-Politik oftmals veranlasst. Doch was der 23-jährigen Feng Jianmei passierte, ist mehr als menschenunwürdig. Die Familie sollte eine Strafe in Höhe von umgerechnet fünftausend Euro zahlen, da die junge Frau nicht berechtigt war, ein zweites Kind auf die Welt zu bringen. Da die Familie jedoch das Geld nicht auftreiben konnte, schlugen Beamte Feng Jianmei und im Krankenhaus wurden ihr einige Injektionen gegeben, die zur Einleitung einer Abtreibung verabreicht wurden. Daraufhin kam das sieben Monate junge Baby tot auf die Welt.

Von offizieller Seite sind Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen verboten. Allerdings müssen die Behörden in den Orten dafür sorgen, dass die strenge Geburtenkontrolle eingehalten wird. Die drei Beamten, die Feng Jianmei zur Abtreibung gezwungen und geschlagen haben, wurden nun vom Dienst suspendiert. Der stellvertretende Bürgermeister des Ortes hat sich im Krankenhaus bei der jungen Frau entschuldigt.

Die Ein-Kind-Politik sorgt schon länger für Widerstand in der Bevölkerung. Vor allem die wohlhabende Bevölkerungsschicht möchte sich von der Regierung keine Familienplanung vorschreiben lassen. Die Regierung erklärt, dass durch diese Geburtenkontrolle bisher 400 Millionen Geburten verhindert werden konnten. China gehört mit 1,3 Milliarden Menschen zum bevölkerungsreichsten Land der Erde.

Dennoch steigt die Zahl der Zweifler über diese Politik mittlerweile auch in den Rängen der Verwaltung und Kommunistischen Partei. In den 80er Jahren waren Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen noch alltäglich. In heutigen Zeiten versuchen die Behören finanzielle Anreize zu bieten, wenn sich Familien an die Ein-Kind-Regel halten. Trotzdem gibt es immer wieder solche inhumanen Fälle wie der von der 23-jährigen Feng Jianmei.

Chen Guancheng sammelte Beschwerden von Frauen, die unter Zwang abtreiben oder sich sterilisieren lassen mussten. Die Dokumentationen beweisen auch, dass es immer wieder Zwangsabtreibungen in einer späten Schwangerschaftsphase gebe. Der Aktivist musste aufgrund seiner Dokumentation fliehen und konnte letztlich in die Vereinigten Staaten ausreisen.