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Gutachten des SVR beweist schlechte Zusammenarbeit von Klinik- und Praxisärzten

Der SVR (Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen) stellte in Berlin sein neustes Gutachten vor. Dadurch wurde deutlich, wie schlecht Kliniken und Praxen zusammenarbeiten.

In Berlin präsentierte der SVR sein Gutachten, das einen eher negativen Eindruck auf die Zusammenarbeit von Klinik- und Praxisärzten offeriert. Die Leidtragenden sind die Patienten, denn das momentane System des Gesundheitswesens ist nicht unbedingt darauf ausgerichtet, die Gesundheit der Menschen zu fördern. Kliniken und Praxen arbeiten nur selten miteinander, sondern haben den ökonomischen Gedanken im Fokus. Wie Ferdinand Gerlach aussagte, werden durch diese Situation Patienten oftmals von einem zum anderen geschoben. Der stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrates vergleicht das Gesundheitssystem Deutschlands mit einem geteilten Land.

Wie Gerlach erklärt, wird beispielsweise ein Patient von seinem Hausarzt in die Klinik überwiesen und dort bleibt er so lange in Behandlung, wie es aus wirtschaftlicher Sicht für das Krankenhaus gut ist. Anschließend wird der Patient wieder an seinen Hausarzt verwiesen. Bei diesem Hin und Her wird jedoch der Behandlungsplan nicht aufeinander abgestimmt. Das bedeutet, dass der Patient nun andere Medikamente erhält, als er in der Klinik bekommen hat.

Der Sachverständigenrat hat bereits seit längerer Zeit ein neues Modell für das Gesundheitssystem im Visier. Dieses Modell sieht eine gemeinschaftliche Verantwortung seitens aller Ärzte für jeden einzelnen Patienten vor. Das Gesundheitswesen sollte zudem regional greifen. Durch ein festgelegtes Budget müssen nach diesem Modell alle Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Menschen in ihrer Region gesund werden oder bleiben. Laut SVR konzentriert sich das momentane Gesundheitswesen zu stark auf die ökonomischen Aspekte. Gesundheit steht dabei nicht im Vordergrund. Die Patienten werden eher krank gehalten.

Die Vorschläge und das Gutachten des SVR wurden Daniel Bahr (Gesundheitsminister) übergeben. Der Sachverständigenrat empfiehlt einen größeren Wettbewerb, wobei es um die Optimierung der Qualität von Vorsorgemaßnahmen gehen soll. Zudem wird gefordert, die Behandlungsergebnisse von Praxen und Kliniken transparent zu machen. Dadurch können die Behandlungsmaßnahmen verglichen und unnötige Einweisungen ins Krankenhaus vermieden werden.