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Mütter verschiedener Kulturen lernen voneinander

Mutter-Kind-Kuren und Mütterkuren sind für Frauen mit ausländischen Wurzeln eine wichtige Hilfe. Die Katholische Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung macht darauf aufmerksam, dass ausgerechnet diese Frauen bei Vorsorge- und Reha-Maßnahmen mit 3,7 Prozent deutlich unterrepräsentiert sind. "In Familien mit Migrationshintergrund herrscht oft eine Spannung zwischen traditionellen Werten und der Lebensweise in Deutschland. Mütter sind permanent belastet, wenn sie in diesem Konflikt für einen Ausgleich sorgen müssen", sagt Margot Jäger, Bundesgeschäftsführerin der KAG.

Die Vorsorge- und Reha-Maßnahmen der Müttergenesung bieten gerade auch Frauen mit Migrationshintergrund bei gesundheitlichen Störungen, die auch Ihre Ursache im familiären Spannungsfeld hat eine gute Möglichkeit die Gesundheit zu stabilisieren und Lösungen für die sozialen Fragen zu eröffnen.. Doch gerade ausländischen Frauen ist diese Besonderheit des deutschen Gesundheitswesens wenig bekannt. "Darum sind die Beratungsstellen der Müttergenesung vor Ort besonders gefordert", erklärt Jäger. Die Mütterberaterinnen der KAG sind bei der Caritas oder anderen sozialen Diensten angegliedert und somit Teil des Hilfe-Netzwerks vor Ort. Sie sprechen Frauen aktiv auf die Angebote der Müttergenesung an und helfen bei der Wahl der passenden Klinik.

Immer mehr Kliniken der Müttergenesung richten sich auf Frauen aus anderen Kulturen ein. "Wir bauen unseren Therapieplan so auf, dass alle Frauen daran teilnehmen und voneinander lernen können", erklärt Catja Backhaus-Bolbrinker, ärztliche Leiterin im Gesundheitszentrum St. Altfrid in Bestwig. Sie setzt vor allem auf Gesprächskreise, in denen die Frauen lernen, sich zu öffnen. "Aus den Gruppensitzungen entsteht der Wunsch nach Einzelgesprächen und konkreten Tipps für eine Verhaltensänderung", berichtet Backhaus-Bolbrinker. Für viele ausländische Frauen sind solche Therapiemethoden fremd. Über familiäre Probleme zu sprechen, ist für sie eine neue Erfahrung. "Wenn wir es schaffen, das Vertrauen der Frauen zu gewinnen, können wir sehr viel bewirken." Catja Backhaus-Bolbrinker hat die Erfahrung gemacht, dass Gruppen mit Teilnehmerinnen aus verschiedenen Kulturen eine Bereicherung für alle Beteiligten sind. Durch gemeinsame Freizeitaktivitäten werden sie zu einer Gemeinschaft, die auf Respekt und Toleranz fußt. Auf religiöse Vorschriften beim Essen wird genauso Rücksicht genommen wie auf die Bekleidungsregeln beim Baden im Schwimmbad.

Wenn die kulturellen Hintergründe keine Rolle mehr spielen, leistet die Müttergenesung nicht nur einen großen Beitrag zur Stabilität von Familien, sondern auch für eine bessere Integration in die Gesellschaft. Informationen zu den Einrichtungen, die besonders auf gemeinsame Maßnahmen ausgerichtet sind, gibt es beim Service-Telefon der KAG Müttergenesung. Es ist unter der Nummer 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute) zu erreichen.

Katholische Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung
Frau Margot Jäger
Karlstraße 40
79104 Freiburg
Deutschland
muettergenesung@caritas.de