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Wie lange reicht das Geld vom Euro-Rettungsschirm aus?

Zypern ist das fünfte Land, das unter den Euro-Rettungsschirm möchte. Wie lange mag das Geld noch reichen, falls sich die Krise noch mehr zuspitzt?

Von siebzehn Euro-Ländern haben nun fünf Länder Zuflucht unter dem Rettungsschirm gesucht. Diese Staaten benötigen dringende finanzielle Hilfe. Durch den Rettungschirm erhalten diese Länder Kredite mit günstigen Zinsen, sodass sie zwei bis drei Jahre nicht mehr die Finanzmärkte anzapfen müssen. In dieser Zeit haben die Länder die Möglichkeit, ihre Situation zu verbessern.

Zum Euro-Rettungsschirm gehören mehrere Töpfe. Bedeutsam ist die Europäische Finanzstabilisierungsfaszilität (EFSF), deren Gründung vor zwei Jahren stattfand. Der Kreditrahmen der EFSF beträgt 440 Milliarden Euro. Hinzu kommen 250 Milliarden Euro aus dem Internationalen Währungsfond und 60 Milliarden Euro von der EU-Kommission.

Insgesamt standen also 750 Milliarden Euro zur Verfügung, wobei diese Summe bereits durch Hilfen an Irland, Portugal und Griechenland um rund 300 Milliarden Euro reduziert wurde. Der Internationale Währungsfonds entscheidet von Fall zu Fall, wie viel er beiträgt und die Summe der EU-Kommission ist aufgebraucht. Bleibt also die ESFS, die nun die Hauptlast trägt. ESFS-Chef Klaus Regling erklärt, dass bis 2014 etwa 192 Milliarden Euro an Irland, Portugal und Griechenland verliehen werden, wenn die Abwicklung so verläuft, wie sie vorgesehen ist. Von den verbliebenen 248 Milliarden Euro wurde Spanien bis 100 Milliarden Euro zugesichert. Bei Zypern wird mit einer Summe von etwa fünf bis zehn Milliarden Euro gerechnet, die das Land benötigt.

Sollte sich aber die Krise weiter zuspitzen, wird das restliche Geld der ESFS nicht mehr ausreichen. Dies wäre der Fall, wenn Spanien den ganzen Rettungsschirm, statt nur den kleinen für die Banken, benötigt und Italien Hilfe vom Euro-Rettungsschirm braucht. Der ESFS hat nun vorläufige Zusagen von großen Investoren erhalten, sodass weitere 60 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

Wird der ESM-Vertrag von genügend Staaten der EU ratifiziert, kommt dieser Europäische Stabilitätsmechanismus auch noch dazu. Dieser dauerhafte Rettungsfonds soll dann für eine Ausleihkapazität von rund 500 Milliarden Euro sorgen. Davon werden jedoch bereits die Gelder für Spanien und Zypern abgezogen. Damit blieben 400 Milliarden Euro übrig, die aber für Spanien und Italien nicht ausreichen würden.