Nachrichtendienst mit Presseportal zu Tagesthemen
Nachrichten und Pressemitteilungen
 

Viele Bufdis – zu wenige Stellen

Hinter der Abkürzung Bufdi steckt der Begriff "Bundesfreiwilligendienstleistender". Vor einem Jahr lösten die Bufdis die Zivildienstleistenden ab.

Vor einem Jahr wurde die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst abgeschafft. Soziale Einrichtungen hätten jedoch vor einem starken Personalmangel gestanden, wenn es für die Zivildienstleistenden keinen Ersatz gegeben hätte. Die Bundesregierung hat auf die Schnelle einen anderen Freiwilligendienst geschaffen und am ersten Juli letzten Jahres traten die ersten Bundesfreiwilligendienstleistenden ihre Arbeitsstellen an.

Der Bund fördert 35 000 Stellen mit Zuschüssen. Bis Ende Juni 2012 sind bereits 48 000 Vereinbarungen unterzeichnet. Im Gegensatz zu anderen Freiwilligendiensten besteht beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersbegrenzung. Alle Frauen und Männer ab einem Alter von sechzehn Jahren haben die Möglichkeit, freiwillig und mit einem maximalen Verdienst von 336 Euro monatlich in sozialen Einrichtungen zu arbeiten.

Vor einem Jahr hat man vielmehr damit gerechnet, dass sich zu wenige Freiwillige melden. Trotz des geringen Verdienstes gibt es so viele Interessenten, dass Verbände über fehlende Stellen klagen. Würde der Bund mehr Geld bereitstellen, könnten die Verbände wesentlich mehr Bufdis einstellen. Das Deutsche Rote Kreuz beschäftigt derzeit 2500 Bufdis und würde die Zahl gerne verdoppeln. Die Diakonie würde zwanzig Prozent mehr Bundesfreiwilligendienstleister beschäftigen und auch der Paritätische Gesamtverband fordert eine Verdopplung der Arbeitsplätze für Bufdis.

Bufdis kommen aus sämtlichen Alters- und Berufsgruppen. 64 Prozent der Freiwilligen sind unter 27 Jahre alt. 20 Prozent sind älter als fünfzig Jahre. Unter den Bufdis ist das männliche Geschlecht stärker vertreten als das weibliche. Die größte Gruppe der Freiwilligen sind Schulabgänger, die in der Zeit des freiwilligen Dienstes eine Art Orientierungsphase sehen. Rentner, Arbeitslose, Empfänger von Hartz-IV und Hausfrauen ergreifen die Chance als Bufdi tätig zu werden, um neue Erfahrungswerte sammeln zu können.

Rainer Hub von der Diakonie sagte aus, dass rund neunzig Prozent der Bufdis ein komplettes Jahr freiwillig Dienst leisten. Die Kontinuität ist damit gewährleistet, denn der Zivildienst betrug zum Schluss nur noch ein halbes Jahr.

Sönke Rix von der SPD fordert, dass der Freiwilligendienst mit einem Angebot der Weiterbildung verknüpft wird.