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Kabinett stärkt die Rechte von unverheirateten Vätern

Das Bundeskabinett plant eine Gesetzesreform, durch die unverheiratete Väter das gemeinsame Sorgerecht schneller erhalten können.

Geplant ist das gemeinsame Sorgerecht, auch wenn die Mutter gegen diese Regelung ist. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, dass generell beide Elternteile die gemeinsame Sorge übernehmen sollten, solange dadurch nicht das Kindeswohl gefährdet ist:

Zukünftig soll zwar das Sorgerecht bei unverheirateten Eltern bei der Kindesmutter bleiben, allerdings hat der Vater das Recht, die Mitsorge durchzusetzen, obwohl die Mutter dagegen ist. Der Vater muss dazu einen Antrag beim Familiengericht einreichen. Die Mutter des Kindes hat sechs Wochen Zeit, sich zu diesem Antrag zu äußern. Tut sie dies nicht, gewährt das Gericht dem Kindesvater das Mitsorgerecht. Das gemeinsame Sorgerecht wird ebenfalls gewährt, wenn die Mutter Gründe für ein alleiniges Sorgerecht anbringt, die nicht mit dem Kindeswohl zusammenhängen.

Mittlerweile wird in Deutschland jedes dritte Kind von einer unverheirateten Mutter auf die Welt gebracht. Aus diesem Grund sieht die Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Notwendigkeit, eine moderne Sorgerechtsregelung zu schaffen.

Der Plan zur Änderung des Sorgerechts wird von der SPD kritisiert. Für die Mutter sei es unzumutbar, dass sie sich kurz nach Geburt ihres Kindes mit solch einem Thema beschäftigen müsse. Zudem hält die Partei es für problematisch, dass alleine vom Familiengericht entschieden wird, ob ein gemeinsames Sorgerecht gewährt wird, wenn die Kindesmutter nicht innerhalb der Frist auf den Antrag des Kindesvaters reagiert.

Rainer Sonnenberger von "Väteraufbruch für Kinder e.V." sieht klare Mängel bei diesem Gesetzesentwurf. Die Mutter könnte beispielsweise wegziehen, solange das gemeinsame Sorgerecht vom Gericht nicht entschieden wurde und sich auf diese Weise wehren.