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Bundesarbeitsgericht erschwert ständige Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen

Nachdem eine 34-jährige Frau eine Klage wegen ihrer fortlaufenden Befristung ihres Arbeitsverhältnisses einrichte, hat das Bundesarbeitsgericht nun solche Kettenverträge gestoppt.

Die 34-jährige Bianca Kücük arbeitete über elf Jahre beim Kölner Amtsgericht als Vertretung. In dieser Zeit kam sie auf dreizehn befristete Arbeitsverträge. Durch ihre Klage wurde erreicht, dass nun solche Kettenbefristungen nicht mehr so einfach möglich werden. Wie das Bundesarbeitsgericht entschied, können solche Verträge selbst mit triftigem Grund unwirksam sein.

Bei diesem Rechtsspruch der Richter handelt es sich um die Umsetzung einer Vorgabe vom Europäischen Gerichtshof. Bei solch einer hohen Zahl an aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverträgen, kann von einem Missbrauch gesprochen werden.

Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts sind die Gewerkschaften sehr zufrieden. Martina Perreng, Arbeitsrechtsexpertin des DGB, sieht in diesem Spruch einen "Schritt in die richtige Richtung". Ein Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände glaubt, dass sich dieses Urteil besonders auf den öffentlichen Dienst auswirke. Laut seiner Aussage ist es in der Privatwirtschaft nicht üblich, aufgrund des Bedarfes von Vertretungen befristete Arbeitsverträge wiederholt zu erteilen. Zudem machte er deutlich, dass über die Hälfte der Beschäftigten, die einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten, anschließend unbefristet beschäftigt werden.