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Berufsbilder - Texte von Susanne Ratuschny exklusiv bei der Galerie für Kulturkommunikation

Bild von Dr. Rainer Strzolka

Die Galerie für Kulturkommunikation stellt exklusiv in der Reihe "Berufsbilder" Texte von Susanne Ratuschny vor.
Leseprobe:

Der Liegenreservierer

Der Liegenreserverier wird zu 99% von Deutschen ausgeführt und zwar von deutschen Urlaubern. Der Liegenreservierer ist nämlich ein reiner Urlaubsberuf. All die, die im täglichen Berufsalltag wohl nicht ausgelastet sind, fahren in Urlaub, um dort dann als erstklassiger Liegenreservierer tätig zu werden. Bevor die Langweile im urlaub zuschlägt, wird der Wecker pünktlich auf morgens 6 Uhr eingestellt, dann raus aus dem Bett, Handtücher für die ganze Familie gekrallt und ab gehts zum Hotelpool und der run auf die Sonnenliegen kann beginnen. Was recht friedlich beginnt, kann allerdings auch schon mal in einen handfesten Streit ausarten, nämlich dann, wenn mehrere Liegenresiervierer die gleiche Liege haben wollen. Schließlich ist es, zumindest für den Liegenreservierer nicht egal, auf welcher Liege er denn den Tag über verbringt, falls er ihn überhaupt auf einer der 300 Liegen verbringt. Das steht morgens nämlich noch in den Sternen, aber für den Fall der Fälle muss eben vorgesorgt werden. Gern werden sogar auch pro Person zwei Liegen reserviert, eine im Schatten und eine in der Sonne, schließlich weiß man morgens noch nicht, ob eine kalt oder warm ist im Laufe des Tages. Um eine Liege in bester Lage zu bekommen, wird schon früh spekuliert: wie lange wir die Sonne überhaupt scheinen, wie werden die Wolken ziehen, wird die Bewölkung zunehmen, brauchen wir einen schattenspenden Baum in der Nähe, sollten wir Nahe der Poolbar liegen, damit wir schneller an kühle Getränke kommen........es gibt also viel zu bedenken, wie man sieht und der Beruf des Liegenreservierers erfordert eine hohe Konzentration und ein großes Maß an Verantwortungsgefühl. Deshalb fällt er meinst nach dieser anstrengenden Arbeit am frühen Morgen nur noch völlig geschafft. aber zufrieden in sein Hotelbett und in einen tiefen Schlaf. Die Arbeit für den Tag ist erledigt, die Liege reseviert, wird sie nun benutzt oder nicht. Typisch deutsch oder?

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