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Praxiscoaching für Ärzte – mit List und Tücke Patienten zu Gesundheits-Checks überreden

Mit Steuergeldern werden Verkaufsseminare bezahlt, in denen Ärzte lernen sollen, wie sie ihre Patienten zu Gesundheits-Checks überreden können, die nicht von den Kassen bezahlt werden.

Offenbar investiert die Regierung in ein Verkaufstraining für Ärzte, das von den Geldern der Steuerzahler bezahlt wird. Die Mediziner werden gecoacht, um umstrittene Vorsorgeuntersuchungen förmlich zu verkaufen. Diese "individuellen Gesundheitsleistungen" werden als medizinisch notwendig angesehen, aber die Kassenpatienten müssen diese Untersuchungen aus eigener Tasche zahlen. Für die Ärzte ist dies ein lohnendes Geschäft, mit dem sie zusätzliches Geld verdienen können.

Die häufigsten Vorsorgeuntersuchungen, die angepriesen werden, sind vaginale Ultraschall-Untersuchungen und Glaukom-Screenig. Diese Checks dienen der Vorsorge wegen Krebs an Gebärmutter oder Eierstöcken und grünem Star. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Belege für den Nutzen dieser Leistungen. Viele dieser Vorsorgeuntersuchungen führen zudem zu fehlerhaften Befunden und damit zu unnötigen Behandlungen.

Die Berliner Zeitung zitierte aus einer Broschüre für ein solches Verkaufstraining. Ärzte können demnach mit Glaukrom-Screenings gegen grünen Star rund 70 000 Euro jährlich verdienen.

Biggi Bender, Gesundheitsexpertin der Grünen, forderte, dass solche umstrittenen Gesundheits-Checks nicht weiterhin gefördert werden sollten. Zu den sogenannten Igel-Untersuchungen (individuelle Gesundheitsleistungen) gehören jedoch auch sinnvolle Vorsorgemaßnahmen, wie beispielsweise Impfungen für Aufenthalte in fernen Ländern.