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Schulstress wirkt sich auf die ganze Familie aus

Eine Forsa-Umfrage zeigte, wie negativ sich der Schulstress der Kinder auf das gesamte Familienleben auswirkt.

Leistungsdruck beginnt bereits in der Schule. Dies ist nicht nur ein Problem der Kinder, sondern auch die Eltern verlieren dadurch ihre Gelassenheit. Scoyo, ein Online Lernportal, gab eine Forsa-Umfrage in Auftrag, für die tausend Eltern befragt wurden. 64 Prozent fühlen sich unter Druck gesetzt. Als Hauptgrund für diesen Stress geben die meisten Eltern den Leistungsdruck an, der aus der Gesellschaft und aus der Schule kommt.

Für 49 Prozent der Eltern ist der Spagat zwischen Beruf und Familie ein hoher Stressfaktor. Eine weitere Belastung ist für 42 Prozent der Wunsch, den Kindern eine gute Ausbildung zu bieten. Zudem setzen sich 43 Prozent der Eltern mit ihren eigenen Ansprüchen an die Elternrolle selbst unter Druck. Dabei ist die Zahl der Frauen und Alleinerziehenden mit 49 Prozent höher, als die der Männer. Bei den Vätern sind es 36 Prozent, die einen inneren Druck empfinden, aufgrund des Anspruches, ein guter Vater zu sein.

Den Familientherapeuten Jesper Juul erstaunen die Ergebnisse dieser Umfrage nicht. Schon länger können Experten beobachten, dass in den Familien eine höhere Anspannung herrscht, als zu früheren Zeiten. Aufgrund des hohen Bildungsdrucks werden Eltern immer unsicherer und sorgen sich, dass die Zukunftsaussichten ihrer Kinder durch schlechtere Schulnoten düster aussehen könnten. Die Gelassenheit bei der Erziehung und im allgemeinen Familienalltag geht dabei verloren.

Der Hirnforscher Gerald Hüther sieht diese Entwicklung als bedenklich an. Eltern müssten ihre Kinder viel mehr vor dem Leistungsdruck schützen. Die meisten Eltern glauben jedoch, sie müssten ihren Nachwuchs schon so früh wie möglich auf den Leistungsdruck der Gesellschaft vorbereiten. Leistungsdruck blockiert das Lernen. Neugierde und Spaß an neuem Wissen reduzieren sich dadurch. Um sich neues Wissen aneignen zu wollen, muss aber Begeisterung da sein.

Experten empfehlen den Eltern, gelassener zu werden und ihren Kindern mehr Vertrauen entgegen zu bringen. Kinder benötigen mehr Raum, damit sie eigenständig lernen können. Zudem sollten sich Eltern bewusst machen, dass sie nicht perfekt sein müssen. Eltern können ihre Kinder fördern und dabei nicht direkt eingreifen. Wenn sich die Lernsituation entspannt, wird sich dies positiv auf die Stimmung aller Familienmitglieder auswirken. Statt ständig mit guten Schulnoten beschäftigt zu sein, wird sich mehr Zeit für das Familienleben genommen – und dies wünschen sich 48 Prozent der befragten Eltern.