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Psychologische Studien beweisen: Eine Frau wird tatsächlich auf den ersten Blick als Objekt erkannt

Was in unserer Gesellschaft eigentlich schon verpönt war, wurde nun wissenschaftlich belegt: Frauen werden als Sexobjekte wahrgenommen.

Der Psychologe Philippe Bernard von der Universität in Brüssel und sein Team stellten fest, dass leicht bekleidete Männer ganz anders wahrgenommen werden, als Frauen in leichter Bekleidung. Für ihre Studien nutzen die Wissenschaftlicher den Inversionseffekt. Dabei werden Bilder falsch herum gezeigt. Menschen haben dadurch Probleme, Personen oder Gesichter wiederzuerkennen. Dieser Effekt tritt bei Objekten nicht auf.

Die Teilnehmer der Studie mussten sich Fotos anschauen, auf denen Frauen und Männer in Bade- oder Unterwäsche abgebildet waren. Anschließend wurde ihnen zwei Fotos im Original und in der gespiegelten Form gezeigt. Die Probanden sollten mitteilen, welches der Fotos sie im ersten Durchgang gesehen haben.

Während die Teilnehmer Männerbilder in gespiegelter Form kaum wiedererkannten, hatten sie bei Frauenfotos keine Probleme. Es machte also fast keinen Unterschied, ob die Frauen im Original gezeigt wurden oder in der gespiegelten Variante.

Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass Frauen in erster Linie als Objekte wahrgenommen und Männer als Person erkannt werden. Wie die Professorin für Psychologie, Sarah Gervais, aussagte, sei es erstaunlich, dass nicht nur Männer eine Frau als Objekt erkannten, sondern auch Frauen sehen weibliche Personen primär als Objekt an.

Gervais führte eine weitere Studie an der Universität in Nebraska durch. Auf den Fotos waren jedoch die Frauen und Männer angezogen. Das Ergebnis war jedoch dasselbe wie bei der Studie in Brüssel.

Es bleiben aber noch Fragen offen. Zum Beispiel ist nicht geklärt, wie Väter ihre Töchter wahrnehmen. Ebenso ist nicht sicher, ob die Wahrnehmung der Frau in Europa und Amerika genauso ist, wie die Wahrnehmung in anderen Ländern und Kulturen. Jens Förster, Sozialpsychologe der Uni Amsterdam, geht davon aus, dass Frauen in Asien anders wahrgenommen werden, da dort das Individuum eine untergeordnete Rolle spielt.