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Bahr will mit mehr Vorsorge für weniger Krebskranke sorgen

Heute stellt der Gesundheitsminister den "Nationalen Krebsplan" vor, der jetzt schon kritisiert wird.

Jeder vierte Bürger in Deutschland stirbt an Krebs. Deshalb möchte Bahr die Therapien und die Vorsorge optimieren, um die Krebsrate zu reduzieren. Laut Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, werde die Früherkennung überschätzt. Er findet Vorbeugung wichtiger als Vorsorge. Zur Vorbeugung gehört für ihn die Aufklärung über die Risiken, die zu Krebs führen können. Ebenso sieht er Sport und eine gesunde Ernährung als bedeutsam beim Kampf gegen Krebs an. Diese Vorbeugemaßnahmen sind jedoch im "Nationalen Krebsplan" nicht enthalten.

Auch Birgitt Bender von den Grünen sieht die Früherkennung nicht als so nützlich an, wie der Gesundheitsminister das tut. Wie sie aussagt, bergen die Vorsorgeuntersuchungen auch gewisse Risiken. Zum Beispiel sei eine Darmspiegelung belastend und diese Untersuchungsmethode kann zu Verletzungen führen. Bender ist der Ansicht, dass es durch Über-Diagnosen zu unnötigen Therapien und Operationen käme. Sie wünscht eine Aufklärung seitens der Hausärzte über die Risiken bei der Früherkennung.

Der Gesundheitsminister möchte die Bürger gezielter zur Vorsorge auffordern. Die Krankenkassen sollen in regelmäßigen Abständen die Mitglieder zur Früherkennung einladen. In welchen Abständen die kostenlose Früherkennung erfolgen soll und ab welchem Alter sie möglich wird, muss vom GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) ausgearbeitet werden. Die Krankenkassen stehen dem Plan des Gesundheitsministers skeptisch gegenüber. Wie sie aussagen, seien die Kassen bereits aktiv und informieren die Mitglieder über Krebsvorsorge.

Bahr will zudem flächendeckende Krebsregister einführen. Darin sollen alle wichtigen Daten erfasst werden, also von der Diagnose bis zu Behandlungsmethoden, Nachsorge und Rückfälle. Der Sinn dieser Krebsregister soll in der Überprüfung der Therapien und in optimierten Behandlungen liegen.

Karl Lauterbach ist zwar für diese Krebsregister, aber er ist der Meinung, dass diese Datenerfassung an einer zentralen Stelle geschehen müsse und nicht wie geplant an dezentralen Stellen. Zudem sieht er ein Manko darin, dass die Daten nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollen. Somit können die Bürger nicht erfahren, welche Krebstherapien Risiken enthalten und welche erfolgsversprechend sind.