Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will Deutschlands Exportstärke weiter ausbauen. Am Dienstag stellte er in Berlin eine Außenwirtschaftsoffensive vor, die vor allem dem Mittelstand neue Chancen im Export eröffnen soll. Für die Kritik mancher EU-Nachbarn zeigte er kein Verständnis. „Wenn Deutschland erfolgreich ist, profitiert auch Frankreich davon“, sagte Brüderle.
Brüderle stellt kleine und mittelständische Unternehmen in den Mittelpunkt seiner Außenwirtschaftsoffensive. Ihnen soll zu besseren Chancen in aufstrebenden Märkten wie Brasilien, Russland, Indien und China verholfen werden. Zu den Bedenken mancher Nachbarländer sagte Brüderle, die Debatte erinnere ihn an die Schulzeit, wenn der Klassenbeste kritisiert werde. Schätzungen zufolge werde die Weltwirtschaft 2010 um sechs Prozent wachsen. „Da muss man schon dabei sein“, so Brüderle.
Theurer: Deutschland muss seiner Führungsrolle gerecht werden
Der handelspolitische Sprecher der FDP im Europaparlament, Michael Theurer, begrüßte Brüderles Pläne: „Handelspolitik, die Exporte stützt, ausländische Innovationen ins Land holt und den Mittelstand in die erste Reihe rückt – mit der Außenwirtschaftsoffensive setzt sich die Exportnation Deutschland endlich strategische Ziele.“ Deutschland müsse als größte Volkswirtschaft der EU auch in der Außenhandelspolitik seiner Führungsrolle gerecht werden.
„Kleine und mittlere Unternehmen sind die Muskeln der deutschen Exportwirtschaft“, so Theurer. Ohne Hilfe sei es für den Mittelstand aber oft schwierig, auf ausländischen Märkten Fuß zu fassen. „Zielgerichtete Außenhandelspolitik kann hier die entscheidende Unterstützung liefern.“ Auch für die notwendige Neuausrichtung der EU-Handelsstrategie leiste die deutsche Offensive einen wichtigen Beitrag.