Meinung zur gesundheitlichen Lage der Cavalier King Charles Spaniel, in Bezug auf die Herzerkrankung und Zucht:
An dieser Stelle ist es mir ganz wichtig zu betonen, daß es nicht in meiner Absicht liegt, die Rasse der Cavalier King Charles Spaniel in der Öffentlichkeit schlecht zu machen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, daß es meiner Meinung nach, unbedingt erforderlich ist, dringend geeignete Zuchtstrategien in Bezug auf die Herzerkrankungen für die Cavalier King Charles Spaniel zu finden, die zudem auch sofort umgesetzt werden sollten. Die Rasse wird sich gesundheitlich nicht sofort regenerieren, aber in einer Zeitspanne von etwa 10 Jahren könnte man vieleicht eine deutliche Verbesserung erreichen.
Nun ist ja so, daß einmal jährlich die Auskultation (Abhören mit dem Stethoskop) in allen VDH Vereinen Pflicht ist, man darf nur mit Cavalieren züchten, die ein Herzbefund von Grad 0 und Grad 1 haben. Was geschieht derzeit weiter? Derzeit werden nur die Cavaliere aus der Zucht genommen, ab Grad 2. Dann müssen noch die Zuchtcavaliere aus der Kör- und Elitezucht zum Herzultraschall gehen.
Nun meine Gedanken:
Die Auskultation einmal jährlich ist wichtig, aber es ist aus meiner Sicht nicht immer 100% aussagekräftig, je nach Erfahrung der allgemeinen Tierärzte. Da gibt es doch,für mich denkbar größere Erfahrungsunterschiede der Tierärzte und somit unterschiedliche Ergebnisse. Es ist auch ausschlaggebend, wie genau das Herz abgehört wird.
Die absolut genauen Befunde für Zuchtcavaliere erhält man, meiner Meinung nach, aber über den Herzultraschall, da können Zuchtcavaliere, mit Herzgrad 2 vieleicht noch eher erkannt werden, die dann folglich rechtzeitig aus der Zucht selektiert werden können.
Was ist aber nun, wenn einige Zuchtcavaliere mit Herzbefund Grad 0 und 1, Herzerkrankungen vermehrt und schlimmer vererben als die Anderen? Das müsste, meiner Ansicht nach, für die Gesundung der gesamten Rasse doch auf jeden Fall zusätzlich erfasst werden.
Deshalb sollten die Herzuntersuchungsergebnisse der Nachkommen und die der Zuchtcavalieren, auf jeden Fall auch in einer Datenbank erfasst werden und das nicht nur von einem Verein, sondern von allen gezüchteten Cavalieren! Wenn nun bestimmte Zuchtcavaliere vermehrt Herzerkrankungen an deren Nachkommen weiter vererbt haben sollten, müssen diese Zuchtcavaliere meiner Ansicht nach ebendso selektiert werden, auch wenn sie selber nur Herzgrad 0 oder 1 haben.Wann der Schwellenwert erreicht ist, für eine notwendige Selektion, müßten Zuchtspezialisten vorher dann festlegen.
Nur so, denke ich, ist die Gesundheit der Cavaliere in Bezug auf die Herzerkrankungen zu fördern und es ist vieleicht in 10 Jahren eine deutliche Verbesserung zu sehen.
Also wenn vereinsübergreifend für jeden angehenden Zuchtcavalier, mit 2,5 Jahren der Herzultraschall schon für einmal zur Pflicht gemacht und diese Ergebnisse in eine Datenbank festhalten würden, dann gäbe es schon mal einen guten und genauen Überblick über die Gesamtsituation der Zuchtcavaliere in Bezug auf die frühen Herzerkrankungen. Dann sollten die Züchter mit ihren Zuchtcavalieren, die in diesem 1. Pflicht Herzultraschall schon Grad 1 hatten, weiterhin alle zwei Jahre verpflichtet werden, zum Herzultraschall zu gehen. Bei den Zuchtcavaliere mit Grad 0 würde eine Auskultation einmal jährlich erstmal ausreichen, es sei denn der Befund ändert sich in Grad 1, meine Meinung. All diese Ergebnisse sollten in der Datenbank festgehalten werden.
Dann sollten die Nachkommen der Zuchtcavaliere ein Gesundheitspass mitbekommen, wie es schon in einem VDH Verein geschieht, wo unter anderem Herzuntersuchungen eingetragen werden. Nur hilft der Gesundheitspass überhaupt nichts,meiner Meinung nach, wenn die eingetragenen Daten nicht zum Zuchtverein und Züchter zurück fließen. Diese Daten sollten dann, meiner Ansicht nach, wieder in die dafür vorgesehene Datenbank fließen. Die Besitzer sollten regelmäßig angehalten werden, im Interesse der Rasse, die Untersuchungsergebnisse dem Züchter zukommen zu lassen.
Zudem könnte der Züchter, als Vorschlag von mir, ein Teil des Verkaufspreises zurückbehalten, um damit später die Besitzer für ein Herzultraschall ihres Cavaliers, finanziell zu unterstützen. So kämen dann genügend notwendige Daten zusammen.
Der Züchter wird dann vom Zuchtverein informiert, wenn einer seiner Zuchtcavaliere vermehrt Nachkommen mit frühzeitigen Herzerkrankungen hervorgebracht hat. Dann müßte noch zusätzlich beachtet werden, ob das mit verschieden Zuchtpartnern/in vorkommt oder nur bei einer bestimmten Verpaarung aufgetreten ist, so kann man einschätzen, wer von den Zuchttieren die Herzerkrankungen vermehrt vererbt.
So kann der Züchter gezielt und rechtzeitig mit geeigneten Zuchtmaßnahmen reagieren, wenn er das nicht tut, sollte er aber auch für nachfolgende negative Befunde zur Verantwortung gezogen werden!
Wenn alle: Vereine, Züchter und Besitzer gut zusammenarbeiten, mit einer genau geführten Datenbank, wäre meines Erachtens, nach wohl eine gesundheitliche Verbesserung zu spüren!
Kirsten Schiemann
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