Der Mann, der aus der Fremde kam!
(wvi) Bis zuletzt haben die Bad Hersfelder Sozialdemokraten beim roten Sonnenaufgang am Fulda-Gestade gestanden und gesungen. Nicht "Brüder zur Freiheit" sondern "Ein Schiff wird kommen". Dringend wurde der heilsbringende Messias für eine Kandidatur für den bald vakanten Fulltimejob des Bad Hersfelder Bürgermeisters gesucht, denn die Lichtgestalt Hartmut H. Boehmer zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. Und von irgendwo her mußte ja eine repräsentative Gallionsfigur für den Wahlkampf kommen. Auf einen Kandidaten aus den eigenen Reihen konnten sich die Hersfelder Sozis nicht einigen und einen parteilosen Kandidaten - wie zum Beispiel den Friedewalder Macher Martin Gröll - wollte man nicht unterstützen Es wäre auch eine Bankrotterklärung gewesen. Seit dem boehmerischen politischen Abgesang am 31. März behandelte man das Thema "Kandidatur" daher als Verschlußsache.
Jetzt hat alle Geheimniskrämerei ein Ende. Wie ein Kaninchen aus dem Zylinder zauberte man einen Bürgermeisterkandidaten aus den Tiefen des Parteinetzwerkes hervor. Einen Gunter Müller! Einen Mann mit einem deutschen Allerweltsnamen, den er aber bei einem Wahlsieg leicht in Gunter Müller-Hersfeld ändern lassen kann. Einen Müller-Lüdenscheid hatten wir ja mal bei einem gewissen Herrn Loriot...!
Gunter Müller, 49 Jahre alt, gebürtig aus dem hessischen Biedenkopf, kommt aus Leipzig in die Fuldastadt. In Leipzig arbeitet er in einer Anwaltskanzlei und ist Stadtverordneter im Stadtparlament. Von seiner Person und Qualifikation ist die Hersfelder SPD überzeugt und wird ihn in den nächsten Tagen ins Rennen schicken. Wenn der Fremde die Wahl nicht für die Sozialdemokraten gewinnt, geht er wieder zurück nach Leipzig. Vielleicht macht er ja da weiter Karriere. Wir sind schon gespannt darauf, was wir dann demnächst von einem Herrn Gunter Müller-Leipzig hören werden...!