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Neuerscheinung des authentischen Romans "Märtyrer des Herzens" von Jürgen Claus Horst

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Mathes Held ist ein lebenslustiger junger, deutscher Mann, der zum Ableisten seines Grundwehrdienstes nach Budel in den Niederlanden eingezogen wird.
Eines Abends wird er dort zufälliger Zeuge eines seltsamen Gesprächs, das ihn von nun an unweigerlich in die Machenschaften einer skrupellosen Organisation von Mädchenhändlern verstrickt. Als Mathes ein junges Mädchen aus ihren Händen zu befreien versucht, kommt ein Mann ums Leben.
Mit ihrer grausamen Geschichte beginnt ein gefährlicher Hass in ihm zu reifen, der ihn zum offenen Feind jenes weitgreifenden Syndikats werden lässt.
Mathes verliebt sich in eine junge Holländerin, aber ebenso stark verbindet ihn eine tiefe Liebe zu seiner Freundin in München, so dass seine inneren Konflikte ihn mehr und mehr in ein entsetzliches Doppelleben treiben.
Als der Zuhälter Harry seine holländische schwangere Freundin brutal misshandelt, lebt in Mathes nur noch das einzige Ziel, - ihn zu töten.
Fünf Jahre lang befindet sich Mathes auf seiner haßzerfressenden Jagd, einem stetig fortschreitenden Weg in den Abgrund.
Fünf entsetzliche Jahre, die ihn innerlich selbst zerstört haben und ihn schließlich zum Verbrecher werden lassen...

Über 350 Buchseiten befindet sich der Leser in fortwährender Spannung einer erschütternden und tief greifenden Schilderung über einen jungen, lebensbejahenden Mann, dessen hedonistischer Charakter ihn mit den schrecklichen Erlebnissen gefährlich in seine Tiefen treibt.
Nicht allein unersättliche Liebe und Hass in ihm, sondern auch seine Narben aus der Kindheit, seine innere Heimatlosigkeit und Sehnsucht nach Freiheit zwingen ihn und mit ihm den Leser zu den Fragen über das Ich, Gott - die Welt, ohne die Grenzen der Surrealität und des Wahnsinns noch anzuerkennen.

Besonders in den häufigen Dialogen behält sich der Autor die Freiheit der Tabulosigkeit jeglicher Thematik vor.

Vorwiegende Orte des Geschehens sind:
Budel / NL, Amsterdam / NL, Porto Rosz / SLO, Rijeka / HR, München, Leipzig

Zeitraum der Handlung:
Oktober 1989 - Mai 1995

Als authentische Geschichte innerhalb von fünf Jahren unter Einfluß erheblicher selbstanalytischer und gemütsträchtiger Bedingungen in verschiedenen deutschen Justizvollzugsanstalten verfasst.

Kostenlose Leseproben finden Sie auf
http://www.maertyrer-des-herzens.de

6
Durchschnitt: 6 (2 Bewertungen)
Eigene Bewertung: Keine

Nachfolgend eine

6

Nachfolgend eine literarische Beurteilung des Titels „Märtyrer des Herzens“.
Bei dem Buch handelt es sich um eine Milieubeschreibung, die positiverweise auch selbstkritische Anteile des Autors enthält. Sein Inhalt sollte nicht allein dem eingeschränkten Leserkreis der Szene vorbehalten sein, beschreibt er doch insgesamt Gefahrenzonen und Abnormitäten unserer Gesellschaft, die vor allem labilen Menschen schnell zum Verhängnis werden können. Insofern ist dieses Machwerk durchaus lesenswert und vermittelt vor allem dem jüngeren Leser sehr deutlich, wie man sein Leben besser nicht gestalten sollte. Das Erlebte und die inhaltlich häufig am Rande des Zumutbaren gewählten vulgären Formulierungen des Autors sind erschreckend szenegerecht, wenn auch teilweise spürbar geschminkt. Die flüssigen Schilderungen des Verfassers bieten jedenfalls eine elektrisierende spannungsvolle Lektüre für Leser, die Hartgesottenes vertragen. Die Hauptfigur „Mathes“ sucht und findet offenbar Erfüllung in Sumpf und Dunstkreis von Alkohol, Spiel und Perversität. So begab er sich zügellos in Kreise, deren Fesseln er bis zum bitteren Ende nicht mehr zu entledigen Kraft aufbringen konnte.
Wovon lässt sich der Autor leiten, wenn er dem Leser seine Lebensbeichte unter Beibehaltung seiner Identität in öffentlichem Netz anbietet. Gibt es in seinem Umfeld niemanden, dem solches zur Pein werden könnte? Vorausgesetzt ja, dann unterläge er mit seinem Wirken wiederum sorgloser Nachlässigkeit und Gefühlskälte. Alle sein Darlegungen geben Zeugnis für eine wirre Lebenseinstellung eines jungen Menschen, die, abseits vom Streben nach geordnetem Familiären wie Beruflichen, zwangsläufig in’s Verderben führen musste. Die selbst gewählte Basis seines Lebens zeigte sich als ein Mosaik aus „Sucht, Gewalt und Obszönität“. Daraus abgeleitet klassifiziert sich der Autor im vorliegenden Buch selbst als „unstet handelnd, unzuverlässig, untreu und kriminell – häufig nahe dem Schlimmsten handelnd –“. Die Spirale seines Untergangs war somit vorprogrammiert.
Alles Übel hat seinen Ursprung. Nachdem der Verfasser im Text – Entschuldigung suchend? – immer wieder Hinweise auf eine wohl traumatische Kindheit einstreut, muss sich der gebildete Leser fragen, wo hierfür Bedeutungsvolles zu suchen ist. Für das Gesamtwerk wäre es daher positiv zu werten, hätte der Autor sich in einem Vorwort dazu annähernd erklärt. Ganz gleich verhält es sich um die Fragestellung nach dem Resümee seiner angekündigt authentischen Beschreibungen. Hierzu tut sich natürlich für den engagierten Leser die Frage auf: „Wie ging es weiter?“ bzw. hat Mathes aus all seinen überaus negativen Handlungen und daraus abgeleiteten Erlebnissen Lehren gezogen? Oder auch: Wie verhielt sich sein familiäres Umfeld, wie seine Freunde vor, während und nach dem Freiheitsentzug. Oder: Hat Mathes sich letztendlich familiär, beruflich und auch sonst in seiner heutigen Lebensweise, also nach dem Vollzug längst so gefestigt, dass er nunmehr Abstand von all dem angesprochenen Ursächlichen hält, „Abstand vom Alkohol, vom Spiel, von finanzieller Maßlosigkeit“? – Ist er dem Sumpf seiner Vergangenheit wirklich entronnen? – Bezogen auf die Antworten hierzu, bleibt der Leser spannungsvoll allein gelassen.
Surebasa

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