Die Hochschuldirektoren in NRW wollen Konsequenzen aus den Studentenprotesten ziehen. Unter anderem bei der Ausgestaltung der Studiengänge und dem Praxisbezug soll nachgebessert werden. NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) erläuterte im "Morgenecho" von "WDR 5", was sich ändern soll. Trotz der Erfolge des Bologna-Prozesses müsse noch in diesem Wintersemester gehandelt werden, "wo es wirklich brennt", so Pinkwart.
Andreas Pinkwart betonte, dass der Bologna-Prozess in punkto Studienerfolg und Studienverlauf Fortschritte gebracht habe. Bei der Umsetzung der Hochschulreform seien jedoch die Hochschulen verantwortlich. Diese sei je Hochschule und Fakultät unterschiedlich umgesetzt worden. In einigen Bereichen laufe es bereits ganz hervorragend, in anderen Bereichen müsse nachgebessert werden, erklärte Pinkwart.
Die Hochschulrektoren in NRW hätten sich jetzt laut Pinkwart darauf verständigt, die Bachelor- und Masterstudiengänge auf ihre Prüfungsformen- und Dichte sowie Stofffülle und Anwesenheitspflichten zu überprüfen. Ebenso soll die Praxisnähe und die Frage der Mobilität berücksichtigt werden. Dies seien auch die wesentlichen Anregungen, die man von den Studenten erhalten habe. Nun müsse noch in diesem Wintersemester gehandelt werden, forderte Pinkwart.
Der Minister betonte zugleich, dass man weiterhin zu den finanziellen Rahmenbedingungen stehe. Man wolle auch langfristig, dass die Hochschulen mehr Einnahmen haben, um Betreuungsrelationen verbessern zu können. "Wir wollen nicht mehr zurück zu unterfinanzierten Hochschulen, wie es sie früher gab", so Pinkwart.
Entspannung an den Unis?, Interview im WDR 5 Morgenecho vom 27.11.2009