Nach der Rallye ist vor der Rallye und dementsprechend laufen die Vorbereitungen für die 51. Rallye Wartburg schon vor Jahresende auf Hochtouren. Als hätte der MC Eisenach damit nicht schon genug Arbeit, gibt es neuen Zündstoff durch die Verlegung der Lausitz-Rallye 2010.
Die Organisatoren rund um Wolfgang Rasper verkündeten unmittelbar nach dem Entzug des DRM-Prädikates, dass die Lausitz-Rallye nicht mehr im Herbst sondern vom 29. Juli bis 1. August gemeinsam mit den Baja300-Powerdays stattfinden soll. Genau dieses Wochenende ist bei vielen Fans schon blockiert, schließlich steht der Termin für die 51. Ausgabe der Rallye-Wartburg seit langem fest. Grund genug für den Rallye-Report bei Thomas Gimm, Pressesprecher des MC Eisenach, nachzufragen, wie er die aktuelle Situation bewertet.
Wenn man Fans und Teams befragt, war das Jubiläum der Rallye Wartburg im aktuellen Jahr ein voller Erfolg. Sehen das die Organisatoren genauso?
Th.G.: Ja. Wir sind mit dem Verlauf der Rallye Wartburg mehr als zufrieden. Die Organisation der 50. Ausgabe war schon allein durch das Jubiläum etwas Besonderes, hinzu kam noch die Tatsache, dass die Rallyeorganisation in den Händen eines neu gewählten Vorstandes mit einem neuen Vorsitzenden lag.
Umso mehr freuen wir uns, dass es keine Probleme gab. Ganz im Gegenteil, es hat einfach alles gepasst. Die Fans kamen zahlreich, das Wetter war perfekt und wir konnten den Zeitplan fast auf die Minute einhalten.
Gibt es einen besonderen Moment oder eine besondere Geste, die Sie mit der Jubiläumsausgabe in Verbindung bringen?
Th.G.: Es gab für mich persönlich zwei bemerkenswerte Momente und an Beiden war Volker Strycek beteiligt. Der Opel-Sportchef war nach dem guten Ergebnis bei der Sachsen-Rallye motiviert bis unters Dach. Dies bekamen wir bereits am Samstag vormittag zu spüren. Das Organisationsteam war um 6.00 Uhr auf dem Serviceplatz, um die Papierabnahme vorzubereiten. Um 6.30 Uhr flog Volker im blauen Opel Insignia OPC auf dem Platz ein. Auf meine Frage, was er schon hier wolle, antwortete er „trainieren“. Das hat mich sehr beeindruckt.
Gänsehaut bekam ich aber bei einer besonders schönen Geste im Rahmen der Siegerehrung. Die beiden Opel Piloten Volker Strycek und Martin Häring lieferten sich während der gesamten Rallye einen spannenden Kampf um Platz 3, den Volker für sich entscheiden konnte. Bei der Siegerehrung reichte er den Pokal für das beste Opel Team direkt an Martin Häring weiter. Das war etwas ganz Besonderes!
Genau dieser Volker Strycek ist zugleich AvD-Sportpräsident und war auch in dieser Funktion vom Engagement des MC Eisenach schwer beeindruckt. Wird auch die 51. Ausgabe der Rallye Wartung ein Wertungslauf zur Deutschen Rallye Serie sein?
Th.G.: In der Zwischenzeit liegt uns die Zustimmung seitens des DRS-Organisators Michael Görlich vor und somit wird die 51. Rallye Wartburg wieder ein Wertungslauf zur Deutschen Rallye Serie sein.
Unter zahlreichen Fans gibt es die Sorge, dass der nationale Rallyesport in eine erneute Krise steuert. Sehen Sie das ähnlich?
Th.G.: Ich persönlich glaube, dass in den nächsten Jahren einige Dinge bewegt werden müssen, um den Rallyesport zukunftsfähig zu machen. Mit der heutigen Struktur haben wir – mittel- und langfristig gesehen – keine Chance. Wir brauchen eine Topliga, die Zuschauern und Fans die gesamte Rallyeelite Deutschlands präsentiert. Nur dann könnte es uns gelingen eine größere mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Unter der ersten ist auch eine starke zweite Liga notwendig, die vor allem dem Nachwuchs die Chance gibt, die Leistungen unter Beweis zu stellen.
Auf die 51. Ausgabe der Rallye Wartburg vom 30. Juli bis zum 1. August 2010 freuen sich die Rallyefans aus ganz Deutschland. Die Freude wird nunmehr durch die Bekanntgabe des Termins für die Lausitz-Rallye 2010 getrübt. Was haben Sie gedacht, als Sie von dem Termin erfuhren?
Th.G.: Ich war geschockt, denn sowohl die Lausitz-Rallye als auch unsere Rallye Wartburg sind Publikumsmagneten. Wir nehmen uns gegenseitig die Zuschauer weg und das verstehe ich nicht. Schließlich ist der Termin der Rallye Wartburg seit langem bekannt.
Für uns gibt es auch keine Alternative. Nach langen Verhandlungen mit dem Management konnten wir auch endlich erreichen, dass Opel und die Rallye wieder näher zusammen rücken. Wir dürfen erstmals die Parkplätze am Opel Tor 1 als Serviceplatz und Teile des Werkes als Rallyezentrum nutzen. Diese Möglichkeit besteht natürlich nur im Rahmen der Betriebsferien im Opel-Werk Eisenach. Damit ist auch klar, dass für uns eine Terminverschiebung – auch aus organisatorischen Gründen – nicht möglich ist.
Die Planungen für die 51. Ausgabe laufen also schon jetzt auf Hochtouren. Wird es Änderungen gegenüber dem Vorjahr geben?
Th.G.: Der Umzug des Rallyezentrums bedingt zwangsläufig, dass wir eine neue Strecke für den Shakedown finden mussten. Mit dem Gewerbegebiet in Stedtfeld sind wir fündig geworden. Das Besondere dabei ist, dass die Zuschauer das Auto auf dem Serviceplatz abstellen und den Shakedown zu Fuß erreichen können. Gleichzeitig werden wir für die Zuschauer einen Shuttle-Bus organisieren.
Wird die Idee einer Schotterprüfung im kommenden Jahr umgesetzt?
Th.G.: Unsere Idee einer Schotterprüfung auf einem Truppenübungsplatz scheiterte am Thüringer Waldgesetz, welches Motorsport-Veranstaltungen auf Waldwegen im Thüringer Wald verbietet. Wir sind natürlich enttäuscht und wollen noch nicht verstehen, dass ein Panzer umweltfreundlicher als ein straßenzugelassenes Wettbewerbsfahrzeug sein soll.
Aber wir geben nicht auf, eine neue Wertungsprüfung wird es auf jeden Fall geben. Ich will noch nicht zuviel verraten, da der Vorstand die Prüfung in den nächsten Tagen noch einmal genau unter die Lupe nehmen will. Nur soviel, es wird eine sehr schnelle Prüfung werden, die keine Fehler verzeiht.
In Eisenberg steht die Lokalpolitik – besonders Bürgermeister Ingo Lippert – hinter der Mohren-Rallye, wie sieht es in Eisenach aus?
Th.G.: Auch ich bin beeindruckt von Engagement des Eisenberger Bürgermeisters. Aber auch wir in Eisenach sind glücklich darüber, dass wir einen „motorsportverrückten“ Oberbürgermeister haben. Matthias Doht unterstützt uns wo er nur kann und ist bei der Rallye Wartburg regelmäßig anwesend. Bei der Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen unseres Vereins bekamen wir die Zusage, den Eisenacher Marktplatz auch zukünftig als Start- und Zielort benutzen zu dürfen.
Allerdings kann man niemals genug Unterstützung bekommen und ich wünsche mir für die kommenden Jahre, dass auch die überregionale Politik die Bedeutung und das Potential der Rallye-Wartburg für den Tourismus und die Wirtschaft erkennt.
Der MC Eisenach e.V. will im kommenden Jahr weitere Veranstaltungen ausrichten. Können Sie uns etwas mehr verraten?
Th.G.: Der MC Eisenach möchte sich in Zukunft breiter aufstellen. Mit den zwei geplanten Veranstaltungen wollen wir den Liebhabern schön restaurierter Oldtimer etwas bieten. Die “Opel Classic Hessen Thüringen” findet rund um den Männertag statt. Diese organisieren wir gemeinsam mit dem ADAC. Vom 26. bis 29. August richten wir die 2. Internationale Oldtimer-Rallye aus. Auch dabei werden wir den Zuschauern und Fans zahlreiche Oldtimer und Spezialfahrzeuge präsentieren.
Vielen Dank für das Gespräch!
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Weitere Informationen zur Deutschen Rallye Serie finden Sie auf www.drs.ag