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Migranten müssen draußen bleiben?

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„Mehr Migranten in deutsche Medienhäuser“ – diesem von der Integrationsbeauftragten Staatsministerin Böhmer geforderten Ziel kommt das BWK BildungsWerk in Kreuzberg ein gutes Stück weit näher: 22 Akademiker mit 14 verschiedenen Migrationshintergründen sind derzeit als Praktikanten in renommierten Redaktionen quer durch die Republik tätig. Vorangegangen war dem Praktikum eine neunmonatige, crossmediale Fortbildung am BWK. Als Abschluss der Fortbildung erstellten die Journalisten eine einstündige, professionell produzierte Radiosendung, die jetzt auf dem Berliner Sender „Alex“ ausgestrahlt wurde.

„Migranten müssen draußen bleiben – Ist die deutsche Elite eine geschlossene Gesellschaft?“, dieser Frage gehen die Fortbildungsteilnehmer in ihrer Radiosendung nach. Unterstützung unterhielten sie dabei von der erfahrenen WDR-Moderatorin Daniela Milutin, das „Alex“ stellte kostenlos Radiostudios und -techniker zur Verfügung. Die einzelnen Beiträge aus der Sendung sowie Hintergrundinfos und ein Making Of präsentieren die Jungredakteure unter http://sites.google.com/site/elitenindeutschland, ein Gesamtdownload der Sendung ist abrufbar unter http://rapidshare.com/files/402894128/Eliten_und_Migranten_Alex.mp3.html

Lediglich zwei Prozent aller Journalisten in Deutschland haben einen nichtdeutschen Kulturhintergrund; dem entgegen steht ein Anteil sogenannter Migranten an der Gesamtbevölkerung von zwanzig Prozent. Kein Wunder, dass der Blick von Migranten auf die deutsche Gesellschaft in den Medien nur vergleichsweise selten eine Rolle spielt. Dies wird der gesellschaftlichen Moderne längst nicht mehr gerecht. Die Jungjournalisten vom BWK sehen diese Herausforderung weniger verbissen, „deutsche Medien suchen inzwischen nach solchen Mitarbeitern“, stellen sie auf der die Radiosendung begleitenden Website fest. In der Sendung widmen sie sich einer Gruppe, in welcher Migranten noch viel stärker unterrepräsentiert sind: der sogenannten deutschen Elite. „Wenn zwei Prozent der Entscheidungsträger in Deutschland einen Migrationshintergrund hätten, wäre das schon ein großer Fortschritt“, heißt es da.

ZDF, RBB, WDR, Deutsche Welle TV, Radio Bremen, taz, Tagesspiegel, Zeit Online, Axel Springer Verlag… – die Liste der Medienhäuser, in welchen die Fortbildungsteilnehmer noch bis Ende November Praktika und mehr absolvieren, ist lang und wohlklingend; Veröffentlichungen von ihnen sind fast täglich zu lesen, zu hören und zu sehen. Der polnischstämmige Gregor Miklis, der bereits mehrere Jahre in Russland lebte, hat es sogar bis nach Moskau zur renommierten Novaya Gazeta geschafft. Viele Redaktionen signalisierten schon, dass eine Beschäftigung ihrer Praktikanten auch über das Praktikum hinaus möglich sei.

Wegen des großen Erfolges des Pilotprojektes startet das BWK BildungsWerk in Kreuzberg auch in diesem Jahr mit einer Fortbildung „Bikultureller crossmedialer Journalismus und Public Relations“. Bewerben kann sich, wer über eine akademische Vorbildung oder erste Medienerfahrungen verfügt sowie einen Migrationshintergrund und sehr gute Kenntnisse beider Sprachen vorweisen kann. Finanziert werden kann das Seminar durch einen Bildungsgutschein, den interessierte Arbeitsuchende vom JobCenter bzw. der Agentur für Arbeit erhalten.

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