Nur den technischen Faktoren nach zu entscheiden ist ein unbeliebter Sport für die meisten Investoren und das bedeutet das viele Markttreiber vom Ottonormal Investor nur schlecht verstanden werden und bleibt den professionellen Investoren überlassen.
Faktoren wie Schwankungsanfälligkeit (auch Volatilität genannt) und Liquidität sind mindestens genauso wichtig, wenn nicht mehr, wie aktuelle Nachrichten und genau wie die Nachrichten können sie gehandelt werden.
Wer versucht das „fallende Messer zu fangen“, dass sich dem Aufprall auf den Boden nähert, wird oft gewarnt mit dem Sprichwort den „Aufpralls einer toten Katze“ zu verkaufen – eine Kundgebung nach einem Börsen Crash. Wie auch immer, Volatilität ist bekanntlich eine Börsenstrategie. Wie alle risikoreichen Strategien können sich diese richtig rentieren oder dich ruinieren. Das Prinzip von gewinnen oder verlieren ist das Gleiche, ein technischer Faktor wie die Volatilität, wenn es sich plötzlich verändert eröffnen sich neue Wege.
Investoren sind interessiert an Geschichten, Geschichten die fesselnd und faszinierend sind. Nur leider wird der Effekt einer solchen Geschichte binnen Minuten in den Preis einer Aktie oder Indexes eingerechnet. Wenn du also nicht zu genau dieser Sekunden, als die Geschichte auf den Markt traf, da warst hast du keine Möglichkeit sie zu handeln. Machtvoller als diese Geschichten sind technische Faktoren wie Liquidität,
Volatilität, Gewinn und Cash Flow. Der Grund dafür erklärt sich durch ihre enorme Größenordnung, die den Gesamtmarkt antreiben und deshalb nicht schnell und einfach weggehandelt werden können.
Mittelfristig überlagern technische Faktoren die Aktienspezifischen Nachrichten. Ein baerischer Markt wird den Aktienpreis von starken Unternehmen genauso wie den von schwachen Unternehmen runterziehen und ein bearischer Markt kann durch Faktoren entstehen die nur die wenigsten verstehen können. In der gleichen Weise konnten nur wenige den Einbruch des Aktienmarktes im vergangenen Jahr vorhersehen. In einer Minute ist der Markt noch Bullisch und im nächsten ist er Bearisch. Was hat sich verändert? In den meisten Fällen ist die Veränderung simpel, aber eben nur wenige Menschen denken über Faktoren wie Volatilität und Liquidität nach.
Die Bankenkrise wurde ursprünglich auch durch einen technischen Faktor ausgelöst. Zu der Zeit als die Nachricht rumging war die bisher größte Finanzmarkt Fehlfunktion bereits im Gange die eine unaufhaltsame Kettenreaktion ausgelöst hatte die uns dahin gebracht hat wo wir heute stehen.
Um die Wichtigkeit der technischen Faktoren zu unterstreichen und wie diese die Macht der Berichte geradezu überschwemmen können brauchen wir uns nur die enorme und auch historische Erholung des Marktes betrachten die wir dieses Jahr beobachten konnten. Während wir uns von selbstbemitleidenden Berichten bessäuseln ließen, haben die technischen Faktoren die Aktien drastisch vorangetrieben.
Und wiedereinmal waren es die technischen Faktoren und nicht die Berichterstattungen.
Also ein Aktienhändler hat die Wahl zwischen Handelsnachrichten oder die dem Handel zugrundeliegenden Markttreiber.
Was sind nun diese technischen Treiber?
Sobald man die Marktberichte, Gehaltsberichte, Vorstandsveränderungen, Ankündigungen neuer Produkte und Vertragsabschlüsse vergisst, bleibt einem nur noch eine verwilderte Welt an abstrakten Ideen.
Ein klassischer technischer Faktor von dem wir des öfteren gehört haben ist die Liquidität. Für die meisten von uns bedeutet es Cash. Ein Unternehmen mit Liquiditätsproblemen hat nicht genug finanzielle Mittel um Gehälter und Gläubiger zu bezahlen. Dennoch nennt niemand Liquidität Cash. Mit Liquidität wird oft etwas viel komplexeres, etwas vergleichbar mit einer göttlicher Flüssigkeit anstatt schmuddeligem Gewinn, gemeint.
In der von Unternehmen dominierten Welt aus riesigen Krediten ist die Idee von Geld oder Cash viel abstrakter geworden, genau in der gleichen Weise wie einige von uns hunderte Euros in Bar in ihren Taschen mit sich herumtragen. Das Limit auf unserer Kreditkarte ist Liquidität, genauso wie ein Überziehungskredit. Solange diese abstrakten Gebilde aus Liquidität nicht leer sind wird das Äquivalent, das Geld, gar nicht berücksichtigt. Die meisten Unternehmen würden bis auf´s letzte Hemd ausverkauft werden, wenn ihre Kredite versiegen würden und ungefähr genauso würde es vielen Deutschen gehen wenn ihre Hypotheken morgen eingefordert werden würden. Liquidität addiert oder entzieht den Wert vom Vermögen. Wenn die Liquidität steigt sind die Dinge mehr wert. Wenn die Liquidität im Markt – oder besser den Firmen die den Markt bilden – fällt, dann fällt genauso der Wert des Marktes.
Wenn nun der Zugang zu Darlehen ausbleibt wird der Einbruch der Liquidität das wirtschaftliche Gebilde zum Zusammenbruch bringen und genau das ist es was die Wirtschaftskrise ausgemacht hat und immer noch beeinflusst. Es herrschten fantastische Liquiditäts Verhältnisse nach dem Crash und die Unternehmen, die die Finanzspritze unterstützt haben nachdem einige Firmen ruiniert wurden, sind stark im Wert angestiegen von nahezu sicherer Insolvenz. Liquidität war der technische Faktor, der den Markt 2009 vorangetrieben hat und während dieser Aufschwung sich dem Ende nähert, kann man leicht erkennen wie groß und doch abstrakt die Ideen des Aktienmarktes sind.
Volatilität hingegen misst wie stark sich der Markt bewegt. Wenn eine Aktie oder ein Markt völlig ausflippt kann man diesen als stark volatil bezeichnen. Volatilität ist der Schlüsselwert, des Optionshandels und des Aktienkurses.
Man möchte lieber keine volatilen Aktien besitzen, denn das bedeutet das man nie weiß was morgen passiert und das ist eine sehr unglückliche Position. Das perverse am Markt ist leider, dass es profitabler ist eine volatile Aktie zu besitzen, weil man ja sonst etwas sichereres kaufen könnte. Es ist sehr schwierig den Markt zu besiegen, aber er wird dich für die Arbeit deines Kapitals belohnen.
Ein Weg Volatilität zu handhaben ist es das Risiko zu streuen indem man eine Reihe an volatilen Aktien kauft, dadurch kann man die Achterbahnfahrten ausgleichen. Ein Portfolio mit einigen etwas schwankungsanfälligen Aktien wird unterm Strich mehr Profit generieren als lauter langweilige Aktien von Marktführern. Im Schnitt wir dich der Markt für die schlaflosen Nächte belohnen, solange man sein Risiko verteilt. Desto schwankungsanfälliger die Investments sind, desto weiter muss man sein Risiko verteilen. Es ist ein technischer Faktor der eng verbunden ist mit vernünftigen Investmentgrundsätzen.
Wenn man nun zum Beispiel denkt das sich ein Markt positiv entwickelt und dann könnten sich die volatilen Mitglieder des Marktes viel stärker bullish entwickeln wenn man recht hat mit der Annahme. Also ein wenig Volatilität bringt Schwung ins Investment, aber der Schlüssel ist, wie mit allen Investments, damit vernünftig umzugehen.
Leider wollen die Leute nicht vernünftig handeln, sie wollen extreme Profite machen und sind bereit dafür rücksichtslos alles zu versuchen um diese einzustreichen. Das ist natürlich das Rezept für eine Katastrophe, aber es gibt keinen Weg die Leute davon abzuhalten. Was wohl die meisten Leser dieses Artikel interessiert ist wie man mit beiden Füßen auf dem Boden in eine volatile Aktie investiert, die Mission um Leben und Tod des Finanzmarktes.
Die Antwort darauf ist die Volatilität als Signal für Fortgeschrittene zu nutzen um zu handeln. Ein Aufkommen von Volatilität wird oft verursacht von dem Aufkommen von Unsicherheit. Das Gerücht einer Übernahme wird den Preis einer Aktie in die Höhe schiessen lassen. Eine negative Aufnahme der Jahresendberichte des Marktes kann sogar den Preis vom DAX zum Einsturz bringen. Ein paar Tage später wird sich die Volatilität abschwächen und der Preis wird wieder zu seinem vorherigen Level zurückkehren. Nachdem Aufkommen von Volatilität, wenn es keine längerfristigen Argumente für den neuen durch Volatilität beeinflussten Preis gibt, wird dieser langsam aber sicher dahin kehren wo er hergekommen ist. Eine gute Beurteilung und eine vorsichtige Herangehensweise kann das erfassen.
Ein Anfänger kann diese Gelegenheiten beobachten und die Marktbewegungen und deren Einfluss auf die Volatilität dokumentieren bis er sich sicher ist eine wichtige Tendenz erfasst zu haben. Es gibt viele solcher volatilen Momente im Markt in jedem Monat die über einige Monate anhalten. Für die, die lieber in Aktien handeln als sicher zu investieren, gilt das sie bereit sein sollten mutige Entscheidungen zu treffen und in Volatilität zu handeln. Und der Markt wird die belohnen, die das machen was andere lieber nicht machen würden und das ist ja kein schlechter Platz um anzufangen.
Clem Chambers, Geschäftsführer von der Aktien und Investment Webseite ADVFN.
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Kontakt zu Chambers via Email: clemcham@advfn.com.