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Industrielle Instandhaltung - Wettbewerbsvorteil statt Kostenfaktor

Das erste "Forum Industrieservice" veranstaltete der Unternehmerverband Industrieservice (UIS) am 17.11.2011 im Duisburger Haus der Unternehmer. Fachliche Unterstützung erfolgte durch die Fachhochschule-Dortmund und das Forum Vision Instandhaltung (FVI). Besonders intensiv wurden die Themen Qualifikation, Fachkräftebedarf, Arbeits-und Tarifrecht behandelt.

Arbeitsplatzgarantie in der Instandhaltungsbranche?
"Unsere Studenten haben fast schon eine Arbeitsplatzgarantie", fasste Bernhard Kock von der Fachhochschule Dortmund zusammen, als er den neuen Dualen Studiengang "Industrielles Service-Management" vorstellte.
Die akademische Ausbildung an der Fachhochschule ist eng verbunden mit den Bedürfnissen der Unternehmen und beinhaltet einen starken Praxisanteil. Der Bedarf an Ingenieuren und anderen gut ausgebildeten Fachkräften ist in den miteinander verflochtenen Wirtschaftszweigen des Industrieservice und der Instandhaltung enorm, das wurde in fast jedem Diskussionsbeitrag deutlich. Und das nicht nur, weil man wie alle anderen Wirtschaftsbereiche vom zunehmenden Fachkräftemangel durch die demographische Entwicklung betroffen ist.
Mittelstand nicht sexy genug?
Der Arbeitskräftebedarf zeigt vor allem zweierlei: Zum einen das kräftige Wachstum der Branche und die zunehmende Bedeutung der Dienstleistungen Industrieservice und Instandhaltung, zum anderen aber auch ein immer noch bestehendes Image-Problem der Branche. "Viele gute Ingenieure gehen direkt zu den großen Namen der Industrie, wie den Automobilherstellern. Wir sind als Mittelständler da nicht sexy genug mit Instandhaltung und Industrieservice", so ein Teilnehmer in der Diskussion.

Imageverbesserung durch Aufklärung.
Die offenkundigen Imageprobleme haben mit der Realität der Branche wenig zu tun. "Ohne die Instandhaltung läuft in den Industriebetrieben gar nichts mehr, setzt heute allerdings hochqualifiziertes Personal voraus", so Harald Neuhaus, Vorsitzender des Vorstandes vom Forum Vision Instandhaltung. Das FVI ist ein Netzwerk, welches es sich unter Anderem zur Aufgabe gemacht hat, Wissenschaft und Praxis im Bereich der Instandhaltung miteinander zu verbinden. Hinter dieser Organisation stehen bedeutende Unternehmen der Branche. Mitglieder sind Mittelständler aber unter Anderem auch Evonik, ThyssenKrupp, Alstom, Strabag, RWE, Siemens oder SMS Meer. Neuhaus verwies in seinem Vortrag auf immer komplexere Anlagen, die es Instand zu halten gelte. Die Anforderungen für die Instandhaltung wüchsen beständig. Als Ursachen hierfür nannte Neuhaus die steigende Automatisierung, die zunehmende Verkettung von Anlagen und Maschinen, Forderungen nach höheren Erträgen und besserer Verfügbarkeit der Anlagen. Weitere Ziele sind die Vermeidung von Produktionsausfällen, geringerer Ressourcenverbrauch und hohe Standards im Bereich der Arbeitssicherheit. Neuhaus Fazit: "Die Instandhaltung wandelt sich von einer unternehmensinternen Fachdisziplin hin zu einer umfassenden Wirtschaftsbranche. In der "neuen" Branche Instandhaltung arbeiten ca. 515.000 Beschäftigte in Deutschland."

Flexiblen Flächentarifvertrag vereinbart.
Der Unternehmerverband Industrieservice stellte im Rahmen des Symposiums seine Angebote für die Unternehmen der Branche vor.
Martin Jonetzko, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, machte vor allem auf die Leistungen des Verbandes im Tarif- und Arbeitsrecht aufmerksam: "Für den Industrieservice haben wir ein passgenaues Tarifkonzept entwickelt." Weil man Dienstleister für die Industrie sei, sei große Flexibilität für die Branche unabdingbar. Zudem unterscheide der hohe Anteil der Personalkosten den Industrieservice von anderen Branchen. Dies alle berücksichtige der vom UIS ausgehandelte Flächentarifvertrag.

Nachwuchs für Technik begeistern.
Peter Wieseler und Jürgen Paschold vom Unternehmerverband berichteten über die Maßnahmen des Unternehmerverbandes, Fachkräfte für den Industrieservice zu gewinnen. "Wir fangen in der Schule an, jungen Menschen für Technik zu begeistern", so Jürgen Paschold, der unter anderem auf das neue "Duale Orientierungspraktikum" des Unternehmerverbandes verwies. Gezielt sei man hier mit Hilfe der Lehrkräfte auf Schüler der gymnasialen Oberstufe zugegangen und habe dafür geworben, sich im Rahmen eines Praktikums, ein Bild von den Betrieben und der Fachhochschule zu machen. "Wir können hier bereits auf vielfältige Erfolge unserer Arbeit in den Schulen verweisen", so Peter Wieseler. "Der Fachkräftebedarf der Zukunft wird riesig sein - auch für den Industrieservice. Die Kooperation von Schule und Wirtschaft ist unabdingbar, um dem frühzeitig entgegenzuwirken", so Wieseler.

Zusammenarbeit der Verbände erwünscht.
Abschließend betonten sowohl Harald Neuhaus für das Forum Vision Instandhaltung als auch Martin Jonetzko für den Unternehmerverband, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit ihrer beider Organisationen sehr gut vorstellen könne. Im Interesse der Mitglieder von UIS und FVI könne man Synergien nutzen und mit vereinten Kräften mehr für Instandhaltung und Industrieservice erreichen.

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