Müssen Forschungsgegenstände in Zahlen gefasst werden? Jerry Z. Muller [1], Professor of History at the Catholic University of America, Washington D.C.: „Einige Sozialwissenschaftler lenken nur ungern die Aufmerksamkeit auf den überproportionalen wirtschaftlichen Erfolg der Juden aus Angst, Antisemitismus hervorzurufen oder zu Verschwörungstheorien über die jüdische Vorherrschaft in der Wirtschaftswelt beizutragen. Zweifellos werden Verschwörungstheoretiker immer Futter für ihre Obsessionen finden. Doch die Tatsache, dass die Geschichte der Juden und des Kapitalismus das aktuelle Wissen und die Methode der Sozialwissenschaften in Frage stellt, ist ein weiterer Grund, dieses Thema zu erforschen.“ Wenn andererseits entscheidungsschwache Deutsche im gleichen gesellschaftlichen Umfeld innovatives Denken und wirtschaftliche Risiken scheuen, weil sie vor lauter bürokratischen Hürden ein Unternehmensziel aus den Augen verlieren, dann ist es ihre innere Einstellung, die über den Erfolg oder Mißerfolg eines Geschäftskonzeptes entscheidet.